Großbritannien Acht Jahre nach EU-Referendum: Wahlkampf mit Brexit

London · Am 23. Juni 2016 stimmte eine knappe Mehrheit der Wählerinnen und Wähler in Großbritannien für den EU-Austritt. Inzwischen würde eine Volksabstimmung zu dem Thema wohl anders ausgehen.

Inzwischen spricht sich eine Mehrheit der Briten dafür aus, der EU wieder beizutreten.

Inzwischen spricht sich eine Mehrheit der Briten dafür aus, der EU wieder beizutreten.

Foto: Michael Kappeler/dpa

Zum achten Jahrestag des Votums der Briten für den EU-Austritt versucht die konservative Regierungspartei, das Thema erneut für den Wahlkampf zu nutzen. „Unser Land hat entschieden für den Brexit gestimmt“, hieß es in einem Wahlkampf-Post der Tories auf X kurz vor dem Jahrestag. Dies, obwohl die Volksabstimmung am 23. Juni 2016 mit 52 zu 48 Prozent denkbar knapp ausgegangen war.

Die Entscheidung sei von der konservativen Regierung umgesetzt worden, während Labour-Chef Keir Starmer versucht habe, sie rückgängig zu machen, hieß es weiter. Dazu der Slogan: „Wir liefern, Keir zögert.“

Mehrheit der Briten will zurück in die EU

Die Konservativen von Premierminister Rishi Sunak liegen in den Umfragen zur Parlamentswahl am 4. Juli weit abgeschlagen hinter der Labour-Opposition.

Ob sie mit dem Thema Brexit im Wahlkampf punkten können, gilt aber als fraglich. Inzwischen spricht sich im Durchschnitt aller Umfragen eine Mehrheit der Briten (57 Prozent) dafür aus, der EU wieder beizutreten.

Bei der vergangenen Parlamentswahl 2019, als der EU-Austritt noch nicht vollzogen war, gelang es dem damaligen konservativen Premierminister Boris Johnson mit dem Wahlkampfmotto „Get Brexit Done“ (etwa: „Lasst uns den Brexit durchziehen“) eine satte Mehrheit im Parlament zu erringen. Seitdem hat sich der Wind aber gedreht. Die Tories steuern auf eine historische Niederlage zu.

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(dpa)