Analyse: Im Kita-Streik gibt es keine schnelle Lösung

Analyse: Im Kita-Streik gibt es keine schnelle Lösung

Geduldsprobe für Eltern: Der Tarifstreit um die Erzieherinnen wird zum Dauerbrenner.

Berlin. Seit Mitte Mai werden zehntausende Mütter und Väter auf eine harte Belastungsprobe gestellt. Wer zunächst auf ein schnelles Ende der Streiks an kommunalen Kindertagesstätten gehofft hatte, muss nun erkennen, dass ein Ende nicht in Sicht ist. Die wichtigsten Aspekte:

Noch Wochen, heißt es in Gewerkschaftskreisen. Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeber (VKA) hatte gehofft, die Forderung der Erzieherinnen für einen tarifrechtlich geregelten Gesundheitsschutz in den Verhandlungen am Mittwoch mit einem konkreten Angebot schnell abzuräumen. Bei einem Ja der Gewerkschaften wäre den Streiks die Grundlage entzogen worden - denn der Lohn-Tarifvertrag läuft laut VKA noch bis Ende 2010.

Zweierlei. Beim Gesundheitsschutz wollen sie Maßnahmen zum Lärmschutz und den Anspruch auf rückengerechtes Mobiliar festschreiben. Die Gewerkschaften sagen, der Lärmpegel in Kitas sei mit startenden Flugzeugen vergleichbar. Entsprechende Verbesserungen würden die klammen Kommunen viel Geld kosten. Zudem verweisen die Gewerkschaften auf die Arbeitsverdichtung. Sie schlagen vor, dass nur acht drei- bis sechsjährige Kinder auf einen Erzieher kommen, bisher sind es bis zu 20. Zum zweiten wird mehr Geld gefordert, je nach Gehaltsstufe 200 bis 1000 Euro.

Eigentlich nicht. Der Vorschlag, für Lärmschutzmaßnahmen Millionen aus dem zweiten Konjunkturpaket zu nehmen, hat wenig Aussicht auf Erfolg - das Geld ist fast verplant, zum Beispiel für Gebäude- und Schulsanierungen. Und der Städte- und Gemeindetag verweist darauf, dass die Forderung nach deutlich mehr Geld nicht realisierbar ist. Begründet wird das mit dem Milliardenloch bei der Steuerschätzung und den Milliardenbeträgen, die in den Ausbau der Kleinkinderbetreuung gesteckt werden müssen. Die derzeit 364 000 Plätze für die Betreuung sollen bis 2013 auf 750 000 ausgebaut werden. Gleichzeitig sollen noch die Elternbeiträge von rund zwei Milliarden Euro entfallen.

Ein Mittelweg ist denkbar: Verbesserungen beim Gesundheitsschutz und etwas mehr Geld. Aber die Gewerkschaften haben mit ihren massiven Streiks die Messlatte hoch gelegt.

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