Analyse: Finanzkrise - Die EU zimmert Athen einen Notfallplan

Analyse: Finanzkrise - Die EU zimmert Athen einen Notfallplan

Was passiert, wenn die Griechen nicht allein aus der Krise finden? Sechs Fragen und Antworten zu dem Hilfsplan der Euro-Länder.

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p class="text"><h3>Wie wollen die Partner der Eurozone den Griechen aus der Patsche helfen?

Erstmal noch gar nicht. Vorerst bleibt es bei der Ansage, dassGriechenland sich selbst durch Sparsamkeit nach und nach aus derZwangslage befreien soll, in die es sich durch die Schuldenmachereimanövriert hat. Die Euro-Länder haben aber die Zusicherungkonkretisiert, im Notfall entschlossen zu helfen.

Entweder mit Krediten, die von den Partnerländern freiwillig zurVerfügung gestellt und über die EU an die Griechen gereicht werden,oder mit Garantien. Wie viel Geld die Euro-Länder im Ernstfallschultern müssten, ist unklar. Das Paket könnte einen Umfang von 25Milliarden Euro haben. Die Option, Athen an den Märkten mitKreditbürgschaften zu günstigeren Konditionen zu verhelfen, ist abervom Tisch. Auch von den sogenannten Eurobonds wollen die finanzstarkenLänder nichts wissen - im Verbund stünde ihre Einstufung alserstklassige Schuldner auf dem Spiel.

Das bleibt vor allem eine Frage der Glaubwürdigkeit. Es hängt alsodavon ab, ob die Märkte der Regierung in Athen abnehmen, dass sie ihreSanierungspläne gegen den breiten Widerstand der Betroffenendurchziehen kann. Als Signal an die Märkte bedeutet der Halb-Beschlussder Währungsunionisten: Wenn wir wirklich ran müssen, können wir dasauch. Das soll beruhigen und das Leihgeld billiger machen. Trotzdemwird die nächste Staatsanleihe der Griechen im April eine neueZitterpartie.

Düsseldorf. Das ist ein juristischer Ritt auf der Rasierklinge. DieEuro-Finanzminister sind zuversichtlich, dass ihre Juristen im Falledes Falles einen Weg finden, das sogenannte No-Bailout-Problem (etwa:kein Herauskaufen) zu umgehen. Wenn die Hilfe tatsächlich fließt, istaber mit Klagen zu rechnen.

Nicht unbedingt. Jede Unterstützung wäre an weitere BrüsselerAuflagen geknüpft, die den Griechen das Sparen zusätzlich sauer machenwürden.

Auch die Griechen haben das ja bislang nicht getan. Sie hoffendarauf, dass die Aussicht auf Eventualhilfe reicht, um an billigeresGeld zu kommen. Im Prinzip würde der angedachte Stützmechanismus - eineArt Prototyp für den von Finanzminister Wolfgang Schäuble angedachtenEuropäischen Währungsfonds - natürlich für alle gelten.

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