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Absurde Debatte: Finger weg von Impfpflicht und 2G im Profifußball

Absurde Corona-Debatte : Finger weg von Impfpflicht und 2G im Profifußball

Das kickende Personal ist Teil der Arbeitswelt. Und für die gilt: 3G.

Wieso sich jetzt die Impf-Debatte mit großem Anteil auf Fußballprofis stürzt, lässt sich logisch nicht erklären. Impfpflicht für das edelkickende Spitzenpersonal? Oder wenn das schon nicht möglich ist, mindestens eine 2G-Regelung auf Trainings- und Stadionrasen?

Das sind tatsächlich populistische Debatten, die zur Abwendung einer Pandemie und zur Überbrückung gesellschaftlicher Spaltung nichts beitragen können. Denn für Berufsfußballer muss gelten, was genauso arbeitsrechtlich für andere Berufe auch gilt: 3 G als Zugangsvoraussetzung und, nein, keine Impfpflicht.

Erst wenn sich daran grundsätzlich etwas ändert und die neuen Rufe des Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU), am Ende werde man um eine Impfpflicht für alle nicht umhinkommen, erhört werden sollten, stünde in gleichem Maße auch eine Neuordnung auf den Fußballplätzen als Teil der Arbeitswelt an. Nie früher.

Denn womit wollte man eine Sonderregelung rechtlich begründen? Eine besondere Gefährdung geht von ungeimpften Fußballern vor allem deswegen nicht aus, weil sie sich ständig testend von anderen Menschen fernhalten – anders als jene Gruppen aus betreuungsintensiven Berufen, die besonders bedrohten Menschen tagtäglich nahe kommen und deshalb bald mit einer Impfpflicht konfrontiert werden. Das alles muss man nicht falsch verstehen: Fußballer benötigen keine Sonderbehandlung in der Pandemie als eine Art Bonus, aber eben auch keinen Malus.

Das Arbeitskräften nun aufgelegte 3G wird in der Profibranche seit mehr als eineinhalb Jahren vollzogen. Was darüber hinaus gehen kann, darf also keinesfalls eine rechtliche Forderung sein, wohl aber ein Gedankenanstoß: Weil der Fokus unablässig auf dem Fußball liegt und das Geschäft von dieser Aufmerksamkeit herausragend profitiert, darf man durchaus darauf hoffen, dass Fußballprofis der Gesellschaft auch etwas zurückgeben wollen.

Und wenn das nur die Erkenntnis ist, mit einer Impfung ein gutes Vorbild zu sein, der Gesellschaft in einer bedrohlichen Situation zu helfen und als Märtyrer für Verweigerer künftig auszufallen. Ohne Pflicht. Das wäre doch was!