Youtuber Rezo aus Wuppertal wehrt sich gegen CDU-Kritik

Nach CDU-Kritik : So äußert sich Youtuber „Rezo“ aus Wuppertal nach seinem viralen Video

Ein Anti-CDU-Video von Youtuber Rezo schlägt gerade große Wellen. Die Vorwürfe sind gravierend - CDU-Politiker sprechen von falschen Behauptungen. Doch wer ist der Mann, mit dem sich jetzt Spitzenpolitiker auseinandersetzen?

Ein millionenfach aufgerufenes Anti-CDU-Video empört Spitzenpolitiker der Partei. Generalsekretär Paul Ziemiak bezeichnete die Aussagen des Youtubers, der sich „Rezo ja lol ey“ nennt, als Falschbehauptungen. „Er macht von seinem Recht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch. Journalismus ist das aber nicht“, sagte Ziemiak dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) am Mittwoch. Auf welche Aussagen er sich konkret bezieht, teilte Ziemiak nicht mit.

In dem Video heißt es, die CDU zerstöre „unser Leben und unsere Zukunft“. Es wurde bis zum Nachmittag rund 3,4 Millionen mal geklickt. Der Youtuber, der sich „Rezo ja lol ey“ nennt, wirft den Christdemokraten unter anderem vor, beim Klimawandel untätig zu sein. Doch wer ist der Mann, mit dem sich jetzt Spitzenpolitiker auseinandersetzen?

Wie alt bist Du?

Antwort: Gefühlt heute eher 50. Hab wenig gepennt.

Wie heißt Du?

Antwort: Meine Freunde nennen mich Max.

Wieso hast Du das Video gemacht?

Antwort: Ich hatte einfach den intrinsischen Drang, mich in Themen rein zu arbeiten, Bürgerinnen und Bürger aufzuklären, einen Diskurs anzukurbeln und dabei dafür zu sorgen, dass Menschen unabhängig vom politischen Background mitdiskutieren.

Wie lange hast Du recherchiert? Warst Du alleine oder hast Du ein Team?

Antwort: Ich habe die Zeit natürlich nicht gestoppt, aber für das Video sind natürlich Hunderte Stunden draufgegangen. Meine Mitarbeiter haben teilweise auch daran gearbeitet, in erster Linie TJ, mein Produktionsleiter und Cutter.

Haben sich mittlerweile CDU-Politiker mit Dir in Verbindung gesetzt und den Dialog gesucht?

Antwort: Also bisher habe ich kein Angebot für einen Dialog gesehen. (Der CDU-Politiker) Axel Voss sprach vom Aufstacheln junger Leute, ein anderer Abgeordneter von Fake News. Ein Vorsitzender der Jungen Union bezeichnete mich als linksgrünen Aktivisten, der im gläsernen Loft in Berlin Mitte demagogische Botschaften produziert. Dass die CDU mit belegloser Diskreditierung auf inhaltliche Kritik antwortet, ist natürlich nichts Überraschendes.

Stimmt es, dass Du Morddrohungen wegen des Videos bekommen hast?

Antwort: Ja, aber das schockiert mich nicht. Wenn man Tausende Nachrichten am Tag erhält und einen klaren politischen Standpunkt - vor allem gegen rechtere Parteien - hat, dann sind dort natürlich auch konkrete Morddrohungen gegen mich und meine Familie vorhanden. Das sind nicht meine ersten Morddrohungen und werden wahrscheinlich auch nicht die letzten sein. Deshalb ist das für mich jetzt kein besonders großes Thema. Kann ich ja eh nix gegen machen.

Was machst Du, wenn Du keine YouTube-Videos drehst?

Antwort: Ich bin neben Planung, Dreh und Postproduktion solcher Webvideoinhalte in erster Linie als Informatiker und Musiker tätig.

CDU will mit Video antworten

Die CDU wollte ihm auch im Netz antworten: Für den Nachmittag war eine Videoreaktion des jüngsten direkt gewählten Bundestagsabgeordneten Philipp Amthor (26) angekündigt.

In dem Video sagt Rezo mit Blick auf die aus seiner Sicht ungleich verteilte Steuerlast: „Die Regierung, also in dem Zeitraum vor allem die CDU, hat ganz viele Möglichkeiten und Stellschrauben, wie sie solche Sachen beeinflussen kann.“ An der Umweltpolitik kritisierte er, Klimaziele seien nicht eingehalten worden: „Ziele setzen und nicht einhalten ist was für Leute, die abnehmen wollen.“

(dpa)
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