So schwer wie eine Büroklammer: Kolibriweibchen brüten fremden Nachwuchs aus

So schwer wie eine Büroklammer: Kolibriweibchen brüten fremden Nachwuchs aus

Zwei Kolibriweibchen haben im niedersächsischen Weltvogelpark Walsrode den Nachwuchs einer anderen Art ausgebrütet.

Erstmals hatten Veilchenohrkolibris im Park zwei Eier gelegt, doch wollte die Vogelmutter sie nicht bebrüten, wie Parksprecherin Janina Ehrhardt mitteilte. Eine andere Kolibriart, die Rostbauchamazilie, ziehe nun die winzigen Küken auf.

„Wir haben zwei erfahrene Kolibrimamas als Ersatz gesucht, von denen jede eines der Eier ausgebrütet hat“, sagte sie. „Das hat gut funktioniert, und dank der liebevollen Pflege der Adoptivmütter sind zwei putzmuntere Küken geschlüpft.“ Nach rund 15 Tagen Brutzeit hätten die Küken dabei etwa so viel wie eine Büroklammer gewogen, nämlich weniger als ein Gramm. „Damit gehören sie zum weltweit kleinsten Nachwuchs in der Vogelwelt“, sagte Ehrhardt.

Weil die meisten Kolibriarten Einzelgänger seien, müsse der Zeitpunkt der Paarung genau abgepasst werden. Danach verjage das Weibchen das Männchen wieder, weil es allein Brut und Aufzucht übernehme. Die beiden Eier seien Ende Januar entdeckt worden, der Nachwuchs unternehme bereits erste Flugversuche. Kolibris sind ansonsten im südlichen Nordamerika und Südamerika beheimatet. Der Park zeigt über 4000 Vögel.

Weltvogelpark Walsrode

(dpa)
Mehr von Westdeutsche Zeitung