Der zweitgrößte Mensch der Welt

Der zweitgrößte Mensch der Welt

Hussain Bisad aus London ist 2,47 Meter groß. Im August lässt er in einer Krefelder Klinik Knie und Fuß behandeln.

Krefeld. Wäre Hussain Bisad als Kind in einer westlichen Klinik operiert worden, hätte er den Titel „Zweitgrößter Mann der Welt“ nie errungen. Jetzt ist der aus Somalia stammende und in London lebende Mann 37 Jahre alt und 2,47 Meter groß. „Ein gutartiger Tumor der Hirnanhangdrüse bewirkte seinen riesigen Wuchs“, sagt Professor Dieter Bach, Chefarzt der Medizinischen Klinik III und des Nierenzentrums am Helios-Klinikum in Krefeld. „Ein rechtzeitiger Eingriff hätte das Körperwachstum stoppen können.“ Jetzt hat er sein Endmaß erreicht.

Bisad weilte wegen einer Nierenfunktionsstörung einen Tag in dem Krankenhaus am Niederrhein. „Wir hatten einen großen Mann erwartet, aber er hat unsere Erwartungen übertroffen“. Ambulant stelle die Behandlung keine besondere Herausforderunge dar, sagt Bach. „Hätte er aber ein Bett gebraucht, wäre jede Menge Improvisation notwendig gewesen.“

Der Arzt beschreibt den Mann als total nett, unglaublich unkompliziert und freundlich. Er gehe völlig locker mit seinem Körperwuchs um, sagt Bach weiter. Sich mit dem Helios-Personal fotografieren zu lassen, habe Hussain Bisad selbst vorgeschlagen.

„Zu uns kommen oft Menschen, um eine zweite Meinung einzuholen“, berichtet der Mediziner. „Bei der Untersuchung sahen wir seine großen Organe und Körperteile, von der Zunge bis zu den Zehen, die in den Proportionen zu dem großen Mann passen.“ Zu seiner Größe passt auch das Gewicht von 185 Kilogramm, das für einen anders gebauten Menschen kein „Normalgewicht“ wäre. Alleine seine Hände sind 26,9 Zentimeter groß. Seine Zwillingsschwester Khardra könnte er leicht schultern. Sie hat eine unter dem Durchschnitt liegende Körpergröße.

Einschränkungen sind für Bisad normal: er kann keine U-Bahn zu fahren und keine Bekleidung von der Stange tragen. Dafür aber kann er den Menschen auf den Kopf gucken.

Im August kommt der große Mann erneut ins Klinikum nach Krefeld. „Wir freuen uns riesig“, sagt Bach mit einem Schmunzeln. „Dann stellt er sich bei Dr. Clayton Kraft in der Orthopädie vor. Durch seinen großen Wuchs sind sein rechtes Knie und der Fuß leicht nach innen geknickt.“

Mehr von Westdeutsche Zeitung