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Weitere Vergewaltigungsopfer haben sich noch nicht gemeldet

Weitere Vergewaltigungsopfer haben sich noch nicht gemeldet

Alle fünf Tatverdächtigen im Ruhrgebiet sind verhaftet oder bekannt. Aber bisher haben erst drei 16-jährige Mädchen Anzeige erstattet.

Essen. Nach den Vergewaltigungen mehrerer Schülerinnen im Ruhrgebiet haben sich nach Polizeiangaben noch keine weiteren Opfer bei den Beamten gemeldet. Die Polizei hofft aber nach der jüngsten Festnahme eines 18-jährigen mutmaßlichen Täters auf weitere Zeuginnen. „Wenn die Frauen wissen, dass wir alle haben, besteht nun nicht mehr die Gefahr, dass man mit dem mutmaßlichen Täter in Kontakt kommen könnte“, sagte ein Polizeisprecher in Essen. Mit öffentlichen Aufrufen hatten die Beamten in den vergangenen Tagen bislang vergeblich nach möglichen weiteren betroffenen Mädchen gesucht.

Der 18-Jährige hatte sich am Donnerstagabend der Polizei gestellt. Er sollte noch gestern dem Haftrichter vorgeführt und vernommen werden. Der bereits erlassene Haftbefehl müsse nun nur noch verkündet werden, hieß es.

Drei Verdächtige im Alter von 19 bis 23 Jahren sind bereits in Untersuchungshaft. Die Ermittler werfen ihnen Vergewaltigung, versuchte Vergewaltigung und sexuelle Nötigung vor. Gegen einen 16-Jährigen, dessen Name und Aufenthaltsort der Polizei bekannt sind, werde ebenfalls ermittelt, aus Altersgründen liegt aber kein Haftbefehl vor. Die Gruppe soll in wechselnder Zusammensetzung in Gelsenkirchen und Essen Sexualstraftaten begangen haben. Die Ermittler gehen von mindestens sechs Fällen aus.

Nach Angaben des Verteidigers des 18-Jährigen hat sich sein Mandant nur ganz allgemein geäußert. Der junge Mann sehe sich möglicherweise „mehr in der Opfer- als in der Täterrolle“, sagte Hans Reinhardt aus Marl. Er warnte davor, seinen Mandanten „am Stammtisch“ schon „zur Höchststrafe“ zu verurteilen.

Die mutmaßlichen Täter sollen über soziale Netzwerke oder Bekannte Kontakt zu den Mädchen aufgenommen haben. Zunächst habe sich ein junger Mann der Gruppe mit dem jeweiligen Mädchen getroffen, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Dann seien weitere junge Männer dazugekommen. Mit einem Auto sei man durch die Stadt gefahren und habe dem Mädchen das Handy abgenommen, bevor es dann an entlegenen Orten zu den Sexualstraftaten gekommen sei.

Bei den Ermittlungen wurden auch Handy-Chats ausgewertet. Den Ermittlern sind bislang erst drei der Opfer namentlich bekannt. Die jeweils 16-jährigen Mädchen hatten selbst Anzeige erstattet. lnw