Weihnachten: Weihnachtsgeschenke für Kurzentschlossene - Das Buch:

Weihnachten: Weihnachtsgeschenke für Kurzentschlossene - Das Buch:

Katrin Bauerfeind: „Hinten sind Rezepte drin“ (Tipp von Kristin Dowe)

Meist ist Vorsicht geboten, wenn ein bekanntes Fernsehgesicht sich als Autor zu profilieren versucht. Katrin Bauerfeind beweist mit ihrem zweiten Werk (Fischer, 14,99 Euro) hingegen, dass ihr das schreibende Fach durchaus liegt. Selbstironisch beleuchtet sie in ihren Alltagsbetrachtungen die unfreiwillig komischen Seiten der Emanzipation und nimmt Klischees über Frauenliteratur auf die Schippe. Ganz ohne Rezepte.

Rolf Dobelli: „Die Kunst des guten Lebens“ (Tipp von Rolf Eckers)

„Selbstmitleid ist nutzlos. Gehen Sie Menschen, die ständig jammern, aus dem Weg.“ Wie recht Rolf Dobelli doch hat. In seinem jüngsten Buch (Piper, 20 Euro) beschreibt der Ex-Manager 52 überraschende Wege zum Glück. Klug, unterhaltsam, kenntnisreich. Wir sollten uns mit niemandem vergleichen, weil Neid einer der mächtigsten Glückskiller ist. Und: Es ist besser, Probleme zu umschiffen, bevor wir sie lösen müssen.

Christian Lindner: „Schattenjahre“ (Tipp von Olaf Kupfer)

Christian Lindners „Schattenjahre“ lege ich weniger ans Herz, weil ich die „Rückkehr des politischen Liberalismus“ für geboten halte. Sondern weil es nachweist, dass das Scheitern von Jamaika im Lindner- Kosmos angelegt ist — und die Gründe schwarz auf weiß zu lesen waren, bevor die Vor-Vor-Sondierungen überhaupt begannen. Hätte Merkel mal reingeschaut — uns wäre ’was erspart geblieben (Klett Cotta, 22 Euro).

Harry Mulisch: „Die Entdeckung des Himmels“ (Tipp von Peter Kurz)

Religion, Philosophie, Astronomie, die Geschichte einer Männerfreundschaft und Tage auf Kuba, als wäre man selbst dabei gewesen. Das wunderbare Buch „Die Entdeckung des Himmels“ des 2010 verstorbenen Niederländers Harry Mulisch steht nun schon viel zu lange im Bücherregal und muss jetzt dringend zum dritten Mal gelesen werden. Erschienen als Taschenbuch bei Rowohlt, 10,99 Euro.

Yayoi Kusama: Das Ich ist ein Kürbis (Tipp von Annette Ludwig)

Yayoi Kusama (88) gilt als eine der bedeutendsten japanischen Künstlerinnen. Pünktchen und Kürbisse sind ihre Markenzeichen. Das klingt niedlich, doch bei Kusama wirken sie hypnotisch, fast wie eine Droge. Sie hat in der Tate ausgestellt, in New York, in L.A. — und überall standen die Fans Schlange, um in ihre Welt einzutauchen. Das kann man auch zu Hause, mit dem Bildband „Yayoi Kusama“, Phaidon-Verlag (39,95 Euro) .

Der Kleine Johnson 2018 (Tipp von Ekkehard Rüger)

Wenn der Autor zugleich der Buchtitel ist, deutet das auf Erfolg hin. Seit 41 Jahren verantwortet der britische Weinkritiker Hugh Johnson das kompakte Nachschlagewerk zur Welt des Weins. Natürlich liefert ihm ein weltweites Verkostungsteam zu. Aber den kompetenten, humorvollen und überhaupt nicht exaltierten Sprachstil prägt der Meister selbst. Braucht man nicht jedes Jahr, aber immer wieder (Hallwag, 19,99 Euro).

Bodo Kirchhoff: „Widerfahrnis“ (Tipp von Ellen Schröder)

Eine Frau klingelt an der Tür eines Mannes, beide sind leidgeprüft, was die Liebe und das Leben angeht. Doch sie erkennen sich in ihrer Verlorenheit und brechen noch in der gleichen Nacht auf zu einer Autofahrt gen Süden — bis nach Sizilien. Da haben sich zwei gefunden, die nicht viele Worte machen müssen. Das erzählt Bodo Kirchhoff in seiner Novelle wunderbar lebensklug und dicht (Frankfurter Verlagsanstalt, 21 Euro)

Daniel Kehlmann: „Tyll“ (Tipp von Ulli Tückmantel)

Seit „Die Vermessung der Welt“ (Buch 2005, von Detlef Buck 2012 verfilmt) halte ich Daniel Kehlmann für die große deutschsprachige Stimme der Gegenwartsliteratur. Auf der Folie des 30-jährigen Krieges lässt Kehlmann in „Tyll“ Figuren wie den diabolischen Ulenspiegel, Anti-Wissenschaftler Athanasius Kircher und den exilierten „Winterkönig“ Friedrich von Böhmen durch eine Welt des Irrsinns wandern. 480 Seiten, 22,95 Euro.

Der neue Stephen-King-Thriller, Karten für die Borussia oder ein Netflix-Abo? Noch immer keine Weihnachtsidee oder unentschlossen? Acht Redakteure unserer Zeitung geben in drei Kategorien Last-Minute-Geschenketipps zum Fest. Hier die beiden weitere Kategorien:

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