Unwetter wüten über Westeuropa

Unwetter wüten über Westeuropa

Mindestens drei Menschen sterben, viele werden verletzt.

Düsseldorf. Brütende Hitze und schwere Unwetter wechseln sich derzeit ab - der Sommer zeigt sich von seiner extremsten Seite. Gewittertief "Olivia" wütete am Mittwoch über Westeuropa.

In Deutschland waren vor allem Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland betroffen. In Hessen wurde ein 72-jähriger Jäger von einem umstürzenden Baum erschlagen. Bei Neuwied in Rheinland-Pfalz flog ein Zelt mit drei Frauen davon - eine 20-Jährige verletzte sich dabei schwer. Der Sturm entwurzelte zahlreiche Bäume, ließ Keller volllaufen und deckte Dächer ab. Ein Supermarkt bei Mainz stand plötzlich ohne Dach da.

In Nordrhein-Westfalen sei der Sturm - obwohl er dort teilweise Geschwindigkeiten bis zu 120 Stundenkilometer erreichte - im Vergleich zum Sturm von Montag eher harmlos gewesen, hieß es vom Innenministerium: "Keine Verletzten und nicht mehr so viel Einsätze wie am Montag."

Auf den Straßen, Schienen und in der Luft ging aber nicht nur in NRW zeitweise nichts mehr: Am Düsseldorfer Airport wurden, ebenso wie am größten deutschen Flughafen in Frankfurt am Main, Starts und Landungen vorübergehend gestoppt.

In NRW und Hessen waren etliche Bahnverbindungen unterbrochen, wie ein Bahnsprecher sagte. Der ICE-Verkehr von und nach Amsterdam wurde über Venlo umgeleitet. Ähnlich sah die Wetterlage bei unseren Nachbarn aus. Ein 38-Jähriger starb auf einem Campingplatz bei Lyon in Frankreich. In den Niederlanden starb eine Camperin, als eine Windhose über den Zeltplatz raste. Acht andere Urlauber wurden verletzt. In Belgien wurden mindestens 16 Menschen verletzt. Im Osten Frankreichs waren 12 000 Menschen nach den Unwettern ohne elektrischen Strom, in Belgien noch am Donnerstag 7500.

In anderen Gegenden der Welt rissen Taifune und Überschwemmungen noch viel mehr Menschen in den Tod. Auf den Philippinen stieg die Zahl der Toten nach einem starken Tropensturm auf 33. In China sind bei Überschwemmungen dieses Jahr nach Regierungsangaben bereits 600 Menschen ums Leben gekommen. 200 weitere würden vermisst. Es müsse mit weiteren massivem Überflutungen gerechnet werden. dpa/AFP