Und jetzt ist sie auch noch 40

Und jetzt ist sie auch noch 40

Blaue Kulleraugen, wallendes Blondhaar, Schlagfertigkeit und selbstironische Gags — das ist Barbara Schöneberger. Heute hat sie Geburtstag.

Berlin. Erstmals vor der Kamera stand Barbara Schöneberger mit pinkfarbenen Leggins für eine Foto-Love-Story des Magazins „Mädchen“. Sie verdiente auch mal als Handy verkleidet ihr Geld. Und ihre erste Tennismoderation im Fernsehen löste eine Flut von Zuschaueranrufen aus: „Ich hatte überhaupt keinen Plan.“ Sie wurde abgelöst.

Der blonden Quasselstrippe gelang dann aber doch eine steile Karriere. Laut Forsa ist sie Deutschlands beliebteste TV-Moderatorin. Als Werbe-Testimonial kurbelte sie sogar den Umsatz von Fleischsalat an.

Wie sie ihren Geburtstag feiert? „Ich lade meine engsten Freunde ein. Die kommen zu mir nach Hause. Da gibt’s viel zu essen, viel zu trinken und viele lustige Leute auf Bierbänken“, sagt die Wahl-Berlinerin. Und „nö“, ein Problem damit, 40 zu werden, habe sie wirklich nicht: „Ich lebe ein Super-Leben mit den richtigen Leuten am richtigen Ort und auch in der richtigen Zeit“. Sie habe „alles geschafft, was man so schaffen muss mit 40: Kinder, Mann, Haus, Baum gepflanzt, noch kein Buch geschrieben, aber zumindest Angebote bekommen“.

Schöneberger erzählt gefühlt sehr viel über sich und füllt damit wie kaum ein Anderer die „Leute“-Seiten der Zeitungen. Und doch ist es ihr gelungen, ihr Privatleben bis auf die Basisfakten — verheiratet mit einem Adligen, dessen Name nicht genannt werden darf, Sohn (geboren 2010), Tochter (2013), Wohnort Berlin — aus der Klatschpresse herauszuhalten.

Es ist schwer, die Schöneberger nicht zu mögen. Die gebürtige Münchnerin duzt einen im Interview sofort („Hi, ich bin Barbara!“), knabbert derweil Chips und wirkt erstaunlich authentisch-uneitel. Ihre „Glubschaugen“ entschuldigt sie mit ihrer Kurzsichtigkeit (-7 Dioptrien).

Inzwischen moderiert „Mrs. Multitalent“ geradezu alles weg. „Die Gute-Laune-Versicherung des deutschen Fernsehens“ nannte die „Berliner Zeitung“ sie mal. Schöneberger mag das Kompliment: „Meistens stammen die Attribute, mit denen ich umschrieben werde, aus dem Militär- und Kriegsbereich: die Stimmungskanone, Allzweckwaffe, der Atombusen, der Spaßkracher. Ich bin froh, wenn es mal weniger aggressiv ist“, meint sie.

„Ich habe ein glockenklares Stimmchen, aber ich bin natürlich nicht Aretha Franklin“, sagt die einzige Tochter des Soloklarinettisten Hans Schöneberger über ihr Gesangstalent. „All die Leute, die einen Soul-Abend erwarten, sollen vielleicht lieber woanders hingehen, aber bei mir wird’s eben sehr lustig.“

Im Mai geht „la Schöneberger“ wieder auf Deutschland-Tournee. Zu ihren Erwartungen stellt sie fest: „Die kommen ja wohlwollend. Ich habe wahnsinnig viele schwule Fans, die sitzen vorne in der ersten Reihe.“ „Barb“ berichtet amüsiert, dass sich einige Schwule sogar auf dem Christopher Street Day als Barbara Schöneberger verkleiden. „Wie das dann aussieht?“, fragt sie trocken: „Zu enge Klamotten, nuttige Schuhe“.

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