Topmodelanwärterin Amelie Klever : Erstes Laufstegtraining in der Küche

Topmodelanwärterin Amelie Klever : Erstes Laufstegtraining in der Küche

Amelie Klever aus Hilden übt seit Jahren das Laufen mit Highheels — jetzt will sie „Germany’s next Topmodel“ werden.

Hilden. Amelie Klever ist Kandidatin der aktuellen „Germany’s next Topmodel“-Staffel. Sie hat es unter die letzten Sechs geschafft und wird mit gerade einmal 16 Jahren als Favoritin gehandelt.

Stimmt es, dass Sie sich seit der ersten Sendung 2006 auf eine Teilnahme vorbereiten?

Klever: Ja, damals war ich elf Jahre alt. Ich habe mir die Stöckelschuhe meiner Mama geschnappt und bin zu Hause in der Küche auf und ab gegangen — mein persönliches Laufstegtraining. Leider durfte ich mich ja erst mit 16 bewerben.

War Ihre Mutter nicht entsetzt, Ihre Tochter in dem Alter schon auf hohen Hacken zu sehen?

Klever: Sie hat mich von Anfang an unterstützt. Mit zwölf Jahren habe ich sogar die ersten eigenen Highheels bekommen. Allerdings war die Bedingung meiner Eltern, dass ich sie nur zu Hause zum Üben trage. In die Schule durfte ich mit den Absätzen nicht gehen. Auch zu starkes Make-up war tabu.

Was ist das für ein Gefühl, sich selbst jeden Donnerstag im Fernsehen anschauen zu können?

Klever: Ein komisches. Die Sendung ist mittlerweile abgedreht und ich gucke die Folgen gemeinsam mit meinen Freundinnen. Mich wundert jedes Mal, wie wenig nur in der Sendung gezeigt wird und wie viele Stunden wir für die paar Minuten drehen mussten.

Sie sind viel gereist, waren für Foto- shootings in Amerika, Brasilien und auf den Bahamas. Waren Sie das erste Mal längere Zeit von Ihrer Familie getrennt?

Klever: Ja, ganze drei Monate waren wir unterwegs. Das war schon hart für mich. Ich bin schließlich erst 16 Jahre alt. Aber ich habe jeden Tag mit meiner Familie Kontakt gehabt.

War die Umstellung vom Schulalltag auf das Modelleben schwer?

Klever: Ich hätte nicht gedacht, dass die Dreharbeiten so anstrengend sind. Früher als Zuschauerin habe ich mich immer gefragt ,Warum heulen die Mädels denn so oft?’ Jetzt weiß ich, warum. Man steht unter ständigem Druck, irgendwann brechen die Tränen aus einem heraus.

Sind Sie bis zum Finale am 9. Juni von der Schule freigestellt?

Klever: Ich gehe schon wieder seit Tagen zur Schule. Mein Alltag hat mich wieder.

Wie haben Ihre Mitschüler auf Sie reagiert?

Klever: In den ersten Tagen bin ich ausgequetscht worden und sollte erzählen, wie es hinter den Kulissen abläuft. Ich wurde auch gefragt, wer ins Finale kommt. Mittlerweile bin ich wieder eine ganz normale Schülerin.

Können Sie denn unerkannt durch Ihre Heimatstadt Hilden laufen, oder werden Sie an jeder Ecke angesprochen?

Klever: Manche Mädels wollen schon ein Foto mit mir machen oder ein Autogramm haben. Das kann ich vollkommen verstehen. Bei Kandidatinnen aus vergangenen Staffeln hätte ich das genauso gemacht.

Wie geht es nach „Germany’s next Topmodel“ weiter?

Klever: Mein Traum ist das Modeln. Das wird so bleiben. Ich möchte auf jeden Fall die Schule beenden und mein Abitur machen.

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