Todesfahrt mit Jacht empört die Schweiz

Todesfahrt mit Jacht empört die Schweiz

Bern. Die Schweiz empört sich über den rücksichtslosen Lenker einer Jacht, der mit seinem Boot eine 24-jährige getötet hat. Nun jagt eine Sonderkommission der Polizei den Unbekannten vom Bielersee.

Die Tat geschah bereits am Sonntag, seither wurde nach dem Täter gefahndet. Nun hat die Boulevardzeitung "Blick" eine Belohnung von 20 000 Franken (fast 15 000 Euro) ausgesetzt, wie das Blatt am Donnerstag berichtete. Auf der Jacht waren nämlich laut Zeugenaussagen noch mehrere Mitfahrer.

Unverständnis löst vor allem aus, dass sich niemand zu der Tat als Zeuge oder Mittäter bekennt.Die 24-jährige Frau und ihr Freund paddelten mit einem gelben Gummiboot in der Nähe einer Halbinsel mitten im See, als sich das Motorboot mit hoher Geschwindigkeit näherte.

Trotz Rufen und Handzeichen änderte der Lenker aber seinen Kurs nicht. Das Paar sprang ins Wasser, doch die junge Frau wurde vom Boot erfasst und vermutlich von der Schraube so schwer verletzt, dass sie noch am Unfallort starb. Das Motorboot fuhr ohne anzuhalten in Richtung Biel weiter.

Der Lenker soll laut Zeugenaussagen ein 55- bis 65-jähriger Mann mit leichter Stirnglatze gewesen sein.Der Bielersee bildet mit dem Murtensee und dem Neuenburgersee eine bei Touristen äußerst beliebte Seeneinheit am Jura und hat eine Fläche von fast 40 Quadratkilometern.

Seine beachtliche Länge verführt immer wieder zum Rasen, obwohl auch viele Freizeitsegler und eben Paddler dort unterwegs sind. Das Seengebiet bietet zahlreiche Fluchtwege. Die Sonderkommission schließt allerdings aus, dass die Jacht auf ein Auto verladen und weggefahren wurde.

Dies wäre zu auffällig gewesen, berichten die Medien. Ausschließen will man aber nicht, dass der Jachteigner das Boot im an manchen Stellen über 70 Meter tiefen See versenkt hat.