Taschenmode im nächsten Herbst ist düster und kantig

Taschenmode im nächsten Herbst ist düster und kantig

Offenbach (dpa) - Vertrautes neu interpretiert, dazu meist dunkle Farben: Die Taschenmode in der Herbst-/Wintersaison 2014 will für jeden etwas bieten. Sogar für den Mann.

Für den nächsten Herbst und Winter setzen die Modedesigner auf Schwarz. Zumindest, was die Taschen angeht. Die düstere Farbe ist der beherrschende Ton, begleitet von technisch-kühlem Grau und nur hin und wieder konterkariert von Orange, Rot oder strahlendem Blau. „Tradition mit Zukunft kombiniert“, nennt Modeberater Martin Wuttke den Trend, der Frauen und Männer begeistern soll. Denn: Herrentaschen „sind im Kommen“, prophezeite Wuttke.

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Auf der Internationale Lederwarenmesse ILM Winter Styles in Offenbach zeigten mehr als 280 Aussteller ihre Kollektionen. Zu kaufen gibt es die neuen Modelle aber erst im Spätsommer.

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Viele Kollektionen haben ein Modell für den modebewussten Mann im Angebot. Das fällt flach aus. Falten und Fächer schaffen jedoch fast so viel Stauraum wie in Shoppern. Trendsetter tragen klassische Arzttaschen hoch statt quer. Vor allem mit lässigen Modellen will die Lederbranche verlorenes Terrain beim Mann gut machen: Er verzichtet im Business zugunsten sportiver Umhängetaschen immer häufiger auf die Aktentasche, wie Axel Augustin vom Bundesverband des deutschen Lederwareneinzelhandels (BLE) berichtete.

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Im Alltag dürften sich deshalb eher die vertrauten Rucksäcke weiter bewähren. Die werden für Sie und Ihn neu interpretiert und können künftig auch wie Taschen getragen werden. An der Rucksackform ist die Saison ablesbar: Herbst und Winter verlangen kantige Konturen, weniger gerundete Ecken.

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Die Damen dürfen sich auf viel Abwechslung freuen. Denn die für sie entworfenen Handtaschen warten mit einer munteren Mischung unterschiedlicher Stile und Materialien auf. Nubukleder wird mit Lack kombiniert oder mit Folie überzogen, Reptiliendrucke mit Metalliceffekten verfremdet. Großflächige Printmotive dürfen ebenfalls nicht fehlen.

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Nieten tauchen genauso wieder auf wie Fransen. Eine eindeutige Linie gibt es bei den Formen - die meisten Modelle sind geometrisch bis hin zum Trapez. Dank breiter Böden erweisen sich die Taschen wieder als standfest. Zipper und Steppungen signalisieren die Aktualität der modischen Begleiter.

Die gute Nachricht: Mehr kosten wird das neue Mode-Zubehör voraussichtlich nicht. Denn die Preise für die Modelle werden nach Einschätzung der Branchenverbände stabil bleiben. Die Fachgeschäfte haben mit der Konkurrenz von Modehäusern und Versandhandel zu kämpfen - über ihn läuft nach BLE-Angaben inzwischen fast ein Fünftel des Taschenverkaufs.

Produziert wird die Ware überwiegend in China, Italien und Indien. Bei der Einfuhr kosteten sie nach Branchenangaben im Schnitt knapp 14 Euro. Wer besonders günstig einkaufen will, findet ihm Laden Billigexemplare bereits für weniger als 10 Euro.