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Städte schränken Straßenmusik ein — Köln verbietet Lautsprecher

Städte schränken Straßenmusik ein — Köln verbietet Lautsprecher

Gitarre, Tambourin oder Didgeridoo: Anwohner sind von dem lauten Gedudel mitunter genervt. Die Städte reagieren mit Verboten.

Köln. Schlechte Zeiten für Straßenkünstler: Viele Städte in Nordrhein-Westfalen haben für Straßenmusiker mittlerweile strikte Regeln erlassen. Vor allem Verstärker sind vielerorts tabu. In Köln etwa wurde ihr Einsatz nach vielen Beschwerden über zu laute Musik gestern im ganzen Stadtgebiet verboten. In Dortmund ist eine „straßenmusikfreien Zone“ in der Planung.

Köln: In der Millionenstadt wird das flächendeckende Lautsprecher-Verbot mit einem sprunghaften Anstieg von Beschwerden über Lärm in der Innenstadt begründet. „Das Verbot gilt für jegliche Form der Darbietung von Straßenmusik, Straßenschauspiel oder anderer Straßenkunst“, heißt es von Seiten der Stadt. Verstöße sollen konsequent geahndet werden, bis hin zu einem Bußgeldverfahren. Rund um den Dom waren Lautsprecher und Verstärker schon zuvor verboten.

Dortmund: In Dortmund wird laut Stadtverwaltung ein Bereich der Innenstadt zur „straßenmusikfreien Zone“. Anwohner hätten sich über „unerträgliche Lärmbelästigungen“ beklagt. Das Verbot muss vom Rat der Stadt allerdings noch beschlossen werden. Elektronische Verstärker sind in Dortmund bereits verboten.

Düsseldorf: Auch in der Landeshauptstadt gelten genaue Regeln für Musiker. Was den „kurzverweilenden Zuhörer erfreut, kann für Anlieger und dort dauerhaft arbeitende Mitbürger auch zur Plage werden“, heißt es in einem Flyer. In den Fußgängerzonen darf daher überall musiziert werden — aber ebenfalls ohne Verstärker und nicht mit besonders lauten Instrumenten, etwa einem Schlagzeug. Auch Dudelsackspieler haben in Düsseldorf keine Chance.

Wuppertal: In Wuppertal wurden den Straßenmusikern kürzlich mehr Freiheiten gewährt. Sie brauchen keine städtische Erlaubnis mehr, sondern können einfach so in der Innenstadt musizieren — sofern kein Verstärker zum Einsatz kommt. „Wir wollen damit Bürokratie abbauen und es gleichzeitig für Musiker einfacher machen, mit ihrer Musik unsere Innenstädte zu beleben“, erklärte Oberbürgermeister Andreas Mucke. „Innenstädte müssen Erlebnisqualität haben.“ dpa