Schweizer sehen in den „Simpsons“ eine Gefahr für Kinder

Schweizer sehen in den „Simpsons“ eine Gefahr für Kinder

Die Fernsehwächter halten die Serie für Zuschauer unter zwölf Jahren wegen „grober Gewalt“ für ungeeignet.

Bern/München. Homer Simpson ist ganzkörpergelb, ziemlich faul und ein bisschen blöd. Damit hat es der Antiheld der US-Trickfilmserie "Die Simpsons" immerhin schon auf 22 Jahre Bildschirm-Präsenz gebracht. Doch künftig wird im öffentlich-rechtlichen Schweizer Fernsehen (SF) jede Folge mit einer Kinderwarnung ausgestrahlt: Das Programm sei für Kinder unter zwölf Jahren nicht geeignet, erklärte der Ombudsmann des Fernsehens, Achille Casanova.

Durchgesetzt hat diese Warnung eine besorgte Mutter. Sie wirft der Serie generell "grobe Gewalt und Pornografie" vor und bemängelt insbesondere eine Folge, in der es einen Einbruch und einen Mord gibt und ein Familienvater auf dem elektrischen Stuhl auf seine Hinrichtung wartet. Die Frau sagte auch, wenn die Serie um 17.25 Uhr im SF laufe, stünden viele Frauen am Herd und hätten keine Zeit, ihre Kinder zu beaufsichtigen. Ombudsmann Casanova sagte, der Satireeffekt der Reihe sei klar erkennbar. Dass kleine Kinder das Vorabendprogramm unbeaufsichtigt ansähen, weil die Eltern mit anderem beschäftigt seien, habe nicht das Fernsehen zu verantworten.

Dennoch ist es inkonsequent, eine für Kinder nicht geeignete Serie um diese Zeit auszustrahlen. Außerdem sind die Eidgenossen von den Simpsons geradezu umzingelt. Denn auch der Schweizer Ableger des Privatsenders ProSieben strahlt die Serie aus: Wie in Deutschland um 18.10 und 18.40 Uhr.

Das bleibt auch so. ProSieben-Sprecherin Sabine Stephan sagte weiter, hierzulande bekämen die Folgen sicher keinen Hinweis für Kinder unter zwölf Jahren. Schließlich hätten die "Simpsons"-DVDs von der Freiwilligen Selbstkontrolle Filmwirtschaft die Freigabe ab sechs Jahren.

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