Schneechaos: Mehr als 1200 Unfälle in 24 Stunden

Schneechaos: Mehr als 1200 Unfälle in 24 Stunden

Duisburg (dpa). Schnee und Straßenglätte haben binnen 24Stunden zu mehr als 1200 Unfällen auf den Straßen Nordrhein-Westfalens geführt. Bei insgesamt 1205 witterungsbedingten Unfällenverletzten sich von Mittwochmittag bis Donnerstagmittag 13 Personenschwer, 86 Menschen kamen mit leichten Verletzungen davon.

Das teiltedie Landesleitstelle in Duisburg am Donnerstag mit. Den entstandenenSachschaden schätzt die Behörde auf 3,4 Millionen Euro.

„Für dieWintermonate sind diese Zahlen nicht sonderlich außergewöhnlich“,sagte eine Sprecherin.Schuld an den zahlreichen Unfällen sind neben der falschenBereifung insbesondere die außergewöhnlich niedrigen Temperaturen undSchneeverwehungen bei örtlich Windstärke sieben. „Der Monat ist nochnicht sehr alt, daher kann sich das alles noch einpendeln. Dieniedrigen Temperaturen sind aber schon auffällig“, sagte StefanieGärtner vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Essen.

Der Dezember seibislang 6,7 Grad kälter als im langjährigen Mittel.Im Hochsauerland und dem Bergischen Land fielen laut DWD überNacht etwa zehn Zentimeter Neuschnee, die Temperaturen blieben beiminus drei Grad. Für die Nacht zum Freitag rechnen dieWetterbeobachter aus Essen mit weiteren zehn Zentimetern Schnee imBergland. In der Fläche erwarten die Meteorologen etwa ein Drittel.Am Freitag geht der Schnee dann immer mehr in Regen über. DieTemperaturen klettern auf 4 Grad. Die Schneefallgrenze steigt auf 500Meter.

Im Schmelztal bei Bad Honnef rutschte in der Nacht zu Donnerstagein Schwertransport von der Straße und stellte sich quer. Die Bergungdes 55 Tonnen schweren Lasters verzögerte sich stundenlang, da dereingesetzte Kran auf der glatten Straße keinen Halt fand. Der Fahrerblieb unverletzt. Ebenfalls mit dem Schrecken davon kam eine 25 Jahrealte Autofahrerin in Bergisch Gladbach. Ein Baum stürzte ihremfahrenden Auto auf die Motorhaube. Die junge Frau kam lediglichvorsorglich ins Krankenhaus.

Auch im Flugverkehr gab es Probleme. Am Flughafen Köln/Bonnmussten nach Angaben eines Sprechers aufgrund des Wetters am Zielort15 Flüge gestrichen werden. Betroffen waren 13 Flüge nach Berlinsowie zwei nach München. In Düsseldorf landeten Maschinen ausFrankfurt und Paris mit Verspätung. Zu durchschnittlich 20 MinutenVerspätung kam es im NRW-Bahnverkehr. Zwischen Wuppertal undRemscheid musste eine Strecke für 40 Minuten komplett gesperrtwerden, um die Weichen zu enteisen. Zudem verursachte der Fernverkehraus anderen Bundesländern Verzögerungen. „Wer bei diesem Wetter 400Kilometer durchs Land reist, ist nie pünktlich. Egal mit welchemVerkehrsmittel“, sagte ein Bahnsprecher.

Die Stadt Düsseldorf warnte vor zugefrorenen Teichen und Flüssen. Das Betreten der Eisflächen könne im schlimmsten Fall tödlich sein, sagte ein Sprecher der Stadt. „Nirgendwo ist im Moment das Eis so dick, dass man es betreten könnte.“ Wegen der drohenden Gefahren hat die Stadt an den Gewässern mehr als 40 Eisleitern installiert. Die dreieinhalb Meter langen gelben Holzleitern können im Notfall auf die zugefrorene Fläche gelegt werden, um Menschen schneller aus dem Wasser ziehen zu können, wenn sie eingebrochen sind. „In so einem kalten Wasser überlebt man nicht lange.“

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