Saudischer Prinz wegen Mordes an Diener verurteilt

Saudischer Prinz wegen Mordes an Diener verurteilt

London. Ein Prinz aus Saudi-Arabien ist wegen Mordes an seinem Diener in London zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Prinz Saud Abdelasis ibn Nasser Al-Saud werde mindestens 20 Jahre hinter Gitter bleiben müssen, teilte das Gericht am Mittwoch mit.

Der 34 Jahre alte Enkel des Königs Abdullah hatte seinen zwei Jahre jüngeren Diener wie einen Sklaven behandelt und ihn über einen längeren Zeitraum brutal misshandelt, wie im Prozess zutage gekommen war.Die beiden hatten ein sexuelles Verhältnis. Im Februar diesen Jahres verletzte er ihn dann in der Suite eines Fünf-Sterne-Hotels in London mit Schlägen und Bissen so schwer, dass der Mann starb.

Die Jury hatte den Prinzen bereits am Tag zuvor für schuldig befunden, mit dem lebenslangen Strafmaß war gerechnet worden. "Es ist sehr ungewöhnlich, einen Prinzen wegen Mordes auf der Anklagebank zu haben", sagte der Richter bei der Urteilsverkündung. "Aber niemand in diesem Land steht über dem Gesetz." Es spiele keine Rolle, dass er zur saudi-arabischen Königsfamilie gehöre. Der Prinz hatte zunächst angenommen, er stehe unter diplomatischer Immunität.

Sein Opfer sei vollständig abhängig von ihm gewesen, urteilte der Richter. Der Prinz habe das auf sadistische Weise ausgenutzt und den Diener wie einen "menschlichen Boxsack" benutzt. "Bis heute haben Sie nicht erklärt, warum sie ihn eigentlich ermordet haben." Die grausamen Taten waren durch Bilder von Überwachungskameras sowie Fotos auf dem Handy des Prinzen ans Tageslicht gekommen. Auch Zeugen hatten beobachtet, dass der Verurteilte sein Opfer wie einen Sklaven gehalten habe.

In der Mordnacht waren die beiden zunächst zusammen zu einem Valentinstags-Dinner gegangen und hatten später an der Hotelbar getrunken. Die Verteidiger des Prinzen hatten während des Prozesses immer wieder versucht, Beweise zurückzuhalten, die auf die Homosexualität des Mannes schließen ließen. In Saudi-Arabien gilt Homosexualität als Straftat und kann mit der Todesstrafe verfolgt werden. dpa

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