Salam Fajad: Die Notlösung

Salam Fajad: Die Notlösung

Nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften in Austin an der Universität von Texas promovierte er dort zum Volkswirt. Er arbeitete für die Weltbank in Washington und den Internationalen Währungsfond.

Salam Fajad läuft schon einmal mit der Aktentasche in der Hand zu Fuß ins Ministerium, verzichtet auf einen Chauffeur und auf Leibwächter. Morddrohungen ignoriert der 55-jährige Chef der palästinensischen Notstandsregierung. Er ist kein Unbekannter: Zwischen 2002 und 2005 brachte er als Finanzminister der Autonomiebehörde Transparenz in die chaotische Finanzverwaltung, sorgte etwa dafür, dass die Angestelltengehälter nicht bar ausgezahlt, sondern überwiesen wurden. "Die israelische Besatzung gibt uns nicht die Erlaubnis für schlechte Regierungsführung", lautet das Arbeitsethos des Mannes, der auch am Freitag - dem muslimischen Feiertag - kettenrauchend im Büro sitzt. Der Vater dreier Kinder trinkt leidenschaftlich gern Pfefferminztee. Im Westjordanland geboren, sind Fajads zweite Heimat die USA. Nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften in Austin an der Universität von Texas promovierte er dort zum Volkswirt. Er arbeitete für die Weltbank in Washington und den Internationalen Währungsfond. Neben seiner Rolle als Chef der Notstandsregierung wird er weiter das Finanzministerium leiten, in das er nach der Einigung von Mekka zurückgekehrt war.

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