Razzia mit 2000 Polizisten gegen Einbrecherbanden

Razzia mit 2000 Polizisten gegen Einbrecherbanden

Fahrzeugkontrollen und Hausdurchsuchungen sollen Täter aus Südosteuropa abschrecken.

Düsseldorf. Mit einem Großaufgebot ist die Polizei am Donnerstag gegen organisierte Einbrecherbanden vorgegangen. Mehr als 2000 Beamte durchsuchten im Raum Köln, Düsseldorf, Mönchengladbach, Neuss und dem Bergischen Land Wohnhäuser, Geschäfte und Übergangswohnheime.

Es kam zu Festnahmen, auch Waffen wurden sichergestellt. Den ganzen Tag über wurden Tausende Fahrzeuge auf Fernstraßen kontrolliert.

Innenminister Ralf Jäger (SPD) nannte den Großeinsatz eine Reaktion auf die im Vergleich zum Vorjahr (50 368 Fälle in NRW) gestiegene Zahl von Wohnungseinbrüchen. Im Fokus der Fahnder sind Banden aus Südosteuropa, vorwiegend Rumänien und Bulgarien.

„Die Ermittler wissen, dass ein Großteil der Straftaten durch professionell agierende und überörtlich tätige, südosteuropäische Banden begangen wird. Sie kommen und flüchten nach den Einbrüchen über Autobahnen und Bundesstraßen“, erklärte Jäger.

Die Täter nutzen dabei die Reisefreiheit für EU-Bürger aus. Ein Sprecher des NRW-Innenministeriums bestätigte unserer Zeitung einen Zusammenhang mit der EU-Osterweiterung: „Wir hatten bis 2008 einen Rückgang bei Wohnungseinbrüchen. Seit 2008 einen starken Anstieg.“

Mit der Aktion soll den Banden das Handwerk erschwert werden. „Die sollen wissen, dass wir ihnen auf den Füßen stehen“, sagte ein Sprecher der Polizei Köln.

Seit November arbeitet die Polizei in der Region bei der Einbrecherjagd verstärkt zusammen. Durch Abgleich der Ermittlungsergebnisse der einzelnen Polizeibehörden sollen Täter schneller identifiziert, Tatserien erkannt und Reiserouten aufgedeckt werden. Bislang waren die hochmobilen Täter der Polizei häufig einen Schritt voraus.

Lob für die Großaktion kam am Donnerstag von der Deutschen Polizeigewerkschaft. Im Hinblick auf das Täterprofil forderte Landesvorsitzender Erich Rettinghaus, über eine Wiedereinführung der Visumspflicht für „gewisse Länder“ nachzudenken.

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