„Wie ein Vulkanausbruch“ Rauchsäulen am Vesuv - Italien kämpft mit Bränden

Rom (dpa) - Wald und Buschfeuer in großer Zahl halten in Italien die Feuerwehren in Atem. Am Stadtrand Neapels waren die Brände so heftig, dass manche Einwohner an einen Ausbruch des Vesuvs dachten. An mehreren Stellen rund um den etwa 1280 Meter hohen Vulkan stiegen dicke Rauchsäulen auf.

„Wie ein Vulkanausbruch“: Rauchsäulen am Vesuv - Italien kämpft mit Bränden
Foto: dpa

Nach Angaben des italienischen Zivilschutzes gab es landesweit so viele Hilfsanfragen der Regionen nach Löschflugzeugen wie seit zehn Jahren nicht mehr.

„Es ist wie ein Vulkanausbruch“, zitierte die Nachrichtenagentur Ansa einen Anwohner, der von einer Panoramastraße in Neapel auf die Rauchwolken schaute. Von den Flanken des neben dem Ätna auf Sizilien berühmtesten Vulkans Italiens zogen sie über den Golf von Neapel. Brandherde wurden aus Ottaviano an der Nordseite des Vesuvs sowie aus den zwischen Berg und Golf gelegenen Orten Ercolano und Torre del Greco gemeldet. Später entstand laut Ansa zwischen Ercolano und Ottaviano eine zwei Kilometer breite Flammenfront. In Torre del Greco wurden zwei Restaurants und mehrere Wohnhäuser evakuiert. Löschflugzeuge und Hubschrauber waren im Einsatz.

Der Vesuv war zuletzt 1944 ausgebrochen. Wegen seiner Nähe zu Neapel, mit knapp einer Million Einwohnern Italiens drittgrößte Stadt, gilt er als hochgefährlich. Im Jahr 79 zerstörte eine gewaltige Eruption Pompeji und das antike Herkulaneum am Ort des heutigen Ercolano.

In Italien ist es derzeit sehr heiß und sehr trocken. Auch anderswo im Süden und Zentrum des Landes brannte es. Neben der Region Kampanien mit Neapel waren unter anderem Apulien und Sizilien, aber auch die Region Latium rund um Rom betroffen. Dort habe sich die Zahl der Waldbrände seit 1. Juni im Vergleich zum Vorjahreszeitraum fast vervierfacht, sagte die römische Bürgermeisterin Virginia Raggi.

Auch auf Autobahnen kommt es immer wieder zu Problemen, weil es in der Nähe brennt. Meist lösen Menschen die Brände aus, etwa indem sie Müll oder Gestrüpp anzünden. Bei Hitze und Trockenheit breiten die Feuer sich dann rasch aus. In Italiens „annus horribilis“ 2007 gab es laut Umweltschutzorganisation Legambiente mehr als 10 000 Waldbrände. Damals wurden laut Zivilschutz von den Regionen 285 Löschflugzeuge angefragt, 2017 waren es seit 15. Juni schon 390.

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