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Rapper Fler soll in U-Haft - Vorwurf: Raub und Körperverletzung

Festnahme durch die Polizei : Rapper Fler soll in U-Haft - Vorwurf: Raub und Körperverletzung

Ein Mann der sanften Sprüche ist der Berliner Rapper nicht. Immer wieder gibt es Streit, Pöbeleien - und auch Anzeigen gegen Fler. Nach einem neuen Vorfall hat die Justiz in der Hauptstadt nun überraschend reagiert.

Es ist noch nicht lange her, dass der Berliner Musiker Fler die Arbeit der Hauptstadt-Polizei öffentlich kritisierte. Die komme an die „wirklichen Kriminellen“ nicht heran, gab sich der für Provokationen und Pöbeleien bekannte Fler in einem „FAZ“-Interview selbstsicher. Dafür werde er von der Behörde schikaniert, „weil ich ein Rapper bin“, meinte er in dem Interview im Dezember.

Am Dienstag hat es der Rapper nun wieder mit der Justiz zu tun bekommen. Der 37-jährige Rapper wurde in Berlin-Zehlendorf verhaftet. Die Polizisten kamen schon mit dem Haftbefehl - rund eine Woche nach einer mutmaßlichen Attacke auf ein Fernsehteam. Laut Staatsanwaltschaft werden dem Mann, der eigentlich Patrick Losensky heißt, Raub und Körperverletzung vorgeworfen. Mehrere Wohnungen wurden überprüft. Der Haftbefehl sollte dem Rapper noch am Dienstag verkündet werden. Dann muss er in Untersuchungshaft.

Der Rapper soll das Team von RTL laut Polizei vor einem Luxus-Geschäft am Berliner Kurfürstendamm beschimpft und bedroht haben. Als die Reporterin die erste Frage stellen wollte, soll Fler versucht haben, die Kamera wegzudrücken. Dem Kameramann soll er ins Gesicht geschlagen haben. Der Rapper soll mit Teilen der Kamera in seinem Auto geflüchtet sein.

Fler selbst hatte bei Instagram eine ganz andere Sicht verbreitet: Das RTL-Fernsehteam habe seine Persönlichkeitsrechte verletzt. Er habe mehrmals darum gebeten, ihn nicht zu filmen.

Laut Polizei hatten die TV-Leute die Beamten alarmiert, weil sie auf dem Ku'damm angegriffen worden seien. Demnach soll Fler auch die Kamera beschädigt und die Reporterin und den Tontechniker bedroht haben.

RTL berichtete, nach wenigen Worten und ohne Vorwarnung habe Fler gegen die Kamera geschlagen und dann dem Kameramann mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Das Opfer habe eine Platzwunde am Auge erlitten.

Fler ist bei Polizei, Staatsanwaltschaft und Gericht kein Unbekannter. Derzeit ist laut einer Gerichtssprecherin noch ein größeres Verfahren gegen den 37-Jährigen abhängig. Es gehe um Beleidigung des Rappers Bushido sowie dessen Ehefrau sowie weitere Vorwürfe. Einen Prozesstermin gibt es bislang nicht.

Doch damit nicht genug: Derzeit ermittelt die Polizei gegen Fler auch wegen Beleidigung, Bedrohung und Beleidigung auf sexueller Grundlage. Der Rapper soll im Internet den Komiker Shahak Shapira und eine Frau beschimpft und bedroht haben. Diese hatte auf eine Kampagne gegen frauenfeindliche Hassbotschaften in Rap-Texten reagiert.

Aufregung gab es auch, als Fler Ende September 2019 bei einer Autofahrt in Berlin von der Polizei kontrolliert wurde. Er soll die Beamten aggressiv beschimpft haben. Er wurde wegen Fahrens ohne Führerschein und Beleidigung angezeigt. In einem Video nach dem Vorfall hatte der Rapper aber erklärt, er respektiere die Polizei.

(dpa)