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Radler haben es in Wuppertal schwer

Radler haben es in Wuppertal schwer

Angebot im Bergischen wird schlecht bewertet. Nach einer ADFC-Studie liegt Münster unter den Großstädten ganz vorne.

Düsseldorf. Münster hui, Wuppertal pfui — so fällt recht krass gesagt das Urteil der Radfahrer über ihre Situation in den jeweiligen Städten aus. Die westfälische Metropole hat unter den deutschen Großstädten den besten Ruf bei den Pedaleros, Wuppertal den schlechtesten.

Das geht aus einer Umfrage hervor, die der Radfahrerverband Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club (ADFC) am Freitag in Düsseldorf vorstellte. Befragt wurden bundesweit 80 000 Radler, 17 000 davon in NRW.

Seit Generationen schon ist die Uni-Stadt Münster für ihr breites Angebot für Fahrradfahrer bekannt, es gibt in der Innenstadt sogar ein Fahrradparkhaus. Die ADFC-Studie kann nur einen Schwachpunkt ausmachen: In Münster werden zu viele Räder geklaut. Gleichwohl gibt es eine gute Durchschnittsnote für Münster: eine 2,6. „Das ist auch deswegen gut, weil Radfahrer gerne nörgeln“, sagte ADFC-Landeschef Thomas Semmelmann.

Noch besser als Münster schneidet Bocholt ab, das mit seiner Radler-Dichte schon an die Werte in den nahen Niederlanden heranreicht. Die 70 000-Einwohner-Stadt ist bundesweit in allen Kategorien die Nummer 1, hat bei den Radlern einen schon fast legendären Ruf, was Radwege, Sicherheit und Service anbelangt — hier gibt es eine 2,1.

Wo es Sieger gibt, sind die Verlierer nicht fern: Wuppertal rangiert am Ende der Tabelle, ist so etwas wie das Aschenputtel in der Radfahrerszene. Die Umfrage dort ergab zum Teil erschütternde Werte, die Zweiradszene bewertet das Angebot mit Vier minus.

Aber die ADFC-Funktionäre werben auch um Gerechtigkeit: Die Topographie Wuppertals mit den vielen Hügeln und der engen Tallage bilde eine natürliche Schwierigkeit. Die würde erst durch den neuen und sehr starken Trend zu Pedelecs und E-Bikes relativiert — mit elektrischer Unterstützung ließen sich auch Höhenmeter leicht bewältigen.

Mit Sorge betrachtet die Radfahrer-Lobby allerdings das Finanzgebaren des Landes und der Kommunen. Der Etatposten für neue Radwege entlang von Landesstraßen wurde beim Land von zwölf auf acht Millionen Euro reduziert. „Bei den Kommunen sieht es eher noch schlechter aus“, so Thomas Rommelspacher, Sprecher des ADFC.