Protest gegen Wildpferdefang-Spektakel

Gegner halten das Einfangen von Hengsten in einer Show für Tierquälerei.

Protest gegen Wildpferdefang-Spektakel
Foto: dpa

Dülmen. Auch wenn der Wildpferdefang in Dülmen diesmal ohne Zwischenfälle verlaufen ist — die Kritik an der Veranstaltung war laut. Im vergangenen Jahr war bei der Traditionsveranstaltung im Münsterland erstmals ein Fohlen umgekommen. Die kleine Stute wurde von einem älteren Tier so unglücklich mit dem Huf am Kopf getroffen, dass sie starb.

Erstmals protestierten in diesem Jahr auf dem Gelände Tierschützer. Sie trugen Transparente mit Aufschriften wie „Tiere sind keine Ware“. „Wir möchten den Besuchern verdeutlichen, dass dieser eine Tag für die Pferde unheimlicher Stress ist“, sagte die Sprecherin der Tierschützer, Sabine Hasselbeck-Grütering. „Es geht um dieses inszenierte Spektakel mit Volksfestcharakter.“ Die Pferde litten dabei Todesangst, könnten verletzt oder getötet werden.

Rudolf Herzog von Cro , dem die 400 Wildpferde gehören, bestritt die Vorwürfe. Nach seiner Überzeugung gibt es keine bessere Möglichkeit, die Junghengste aus der Herde auszusondern. Wenn sie in der Herde bleiben würden, käme es zu Rangkämpfen, die unterlegenen Hengste hätten keine Rückzugsmöglichkeit und würden von ihren Rivalen gegen die Zäune getrieben. Mit dem Stress könnten die Tiere umgehen.

Zudem sei er auf die Einnahmen aus dem Wildpferdefang angewiesen, sagte von Cro . „Das sind schon gewaltige Kosten, die dagegenstehen. Die Eintrittsgelder reichen bei weitem nicht, um die laufenden Kosten der Herde zu finanzieren.“

Der Wildpferdefang erfreut sich seit vielen Jahren großer Beliebtheit bei den Zuschauern — die 15 000 Karten sind immer schon nach wenigen Minuten ausverkauft. Vor den Zuschauern werden die Pferde in einer Arena zusammengetrieben. Männer von umliegenden Bauernhöfen betätigen sich als Fänger: Mit bloßen Händen packen sie den Hals der jungen Hengste und versuchen, ihnen ein Halfter anzulegen. Diesmal wurden 28 Jährlingshengste eingefangen. Die 400 Tiere umfassende Herde lebt in einem 360 Hektar großen eingezäunten Areal. Die Tiere werden nur im Winter gefüttert, sonst hält sich der Mensch so weit wie möglich zurück.

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