Prinzessin Di: „Wir denken jeden Tag an sie“

Prinzessin Di: „Wir denken jeden Tag an sie“

Interview der Prinzen: William und Harry schüren Spekulationen darüber, wie ihre Mutter Diana ums Leben gekommen ist.

London. Diese Schlagzeilen der "Sun" sind Gift für das Königshaus: "Wir werden nie aufhören, uns zu fragen, was geschehen ist." Was immer der Hof sich vom ersten gemeinsamen Interview der Prinzen William (24) und Harry (22) zum Tod ihrer Mutter erhofft haben mag - ein Ende der Spekulationen hat es nicht gebracht. Bereits im Mai wurde das Gespräch aufgezeichnet, der amerikanische Sender NBC wird es am Montag in voller Länge ausstrahlen.

Interviewer Matt Lauer war vorher ermahnt worden, nicht über die Umstände von Dianas Tod zu spekulieren. Doch die Prinzen ließen selbst Raum für Spekulationen. Nie habe er Frieden gefunden, seit Diana am 31. August 1997 im Tunnel unter der Pont de l’Alma tödlich verletzt wurde, sagte Harry. Er war damals erst zwölf Jahre alt. "Ich werde nie aufhören, darüber nachzudenken." William, damals 15, fügt hinzu: "Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht daran denke." Dann wieder Harry: "Was immer in dem Tunnel geschah, niemand wird es jemals wissen."

Niemand? Haben nicht Ermittlungen von Scotland Yard ergeben, dass der Tod Dianas und ihres Geliebten Dodi al-Fayed Ergebnis eines Unfalls war? Nun sah der Hof wieder die dunklen Stimmungswolken aufziehen, die sich nach Dianas Tod über dem Buckingham-Palast zusammengebraut hatten.

Kein Wunder, dass der Palast sich mit einer Klarstellung beeilte: Die Prinzen hätten "niemals daran gezweifelt, dass der Tod ihrer Mutter ein Unfall war", erklärte Hofsprecher Paddy Harverson. Sie hätten lediglich das Nachdenken darüber gemeint, ob der Unfall nicht hätte verhindert werden können.

Sie sind zwei gut ausgebildete junge Männer, die Enkel der Königin, die Nummern zwei und drei in der Thronfolge nach Prinz Charles. Doch wenn sie ein Interview zum Tod ihrer Mutter geben, sollen sie immer noch wie kleine Jungs sein, deren Äußerungen ein gütiger Hofsprecher ins rechte Licht rücken muss? Das fand gestern in London kaum jemand überzeugend.

Die von Fotografen verfolgte Prinzessin hatte sich für ihre Söhne immer ein möglichst normales Leben gewünscht, und Harry und William glauben nach eigener Auskunft auch, dass es ihnen ganz gut gelinge, ein solches zu führen. Harry sagt allerdings, dass sie leider oft zu hören bekämen: "Bemüht Euch gar nicht erst, normal zu sein. Ihr habt gewisse Verpflichtungen." Natürlich sei ihnen ihre Rolle bewusst, "aber in unserem Privatleben versuchen wir, so normal wie möglich zu sein".

Es sei jedoch nicht einfach, mit ihnen befreundet zu sein: "Das ist für unsere Freunde genauso hart wie für uns, es erfordert eine Menge Vertrauen." William ergänzt, er wolle ja nicht für seinen Titel gemocht werden: "Ich möchte keine Schmeichler um mich herum haben."

Ein Komplott? Kaufhaus-Besitzer Mohammed al-Fayed ist überzeugt, dass Prinzessin Diana und sein Sohn Dodi am 31. August 1997 keinen Unfall hatten, sondern im Auftrag des Königshauses ermordet worden sind. Allerdings fanden weder die französischen Ermittler noch Scotland Yard Hinweise darauf.

Der Ermittlungsstand Alle Untersuchungen ergaben, dass der betrunkene Chauffeur viel zu schnell gefahren ist, weil er Fotografen auf Motorrädern abhängen wollte. Dennoch fordert al-Fayed, bei der anstehenden gerichtlichen Untersuchung die Queen, Prinz Philip und Prinz Charles als Zeugen zu hören.