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Bluttat: Pony in Troisdorf zerstückelt: Krefelder Tierquälerin tötet erneut

Bluttat : Pony in Troisdorf zerstückelt: Krefelder Tierquälerin tötet erneut

Die heute 19-Jährige, die 2013 in Krefeld drei Tiere tötete, soll laut Polizei im Rhein- Sieg-Kreis einem Tier drei Beine abgetrennt haben.

Krefeld. Für einen Krefelder Polizeibeamten kamen alte Erinnerungen hoch: Ein Shetlandpony, in der Nacht in Troisdorf getötet und zerstückelt — genau die Handschrift der jungen Frau, die vor zwei Jahren in Krefeld drei Tiere tötete und zwei von ihnen enthauptete. Aus Angst um ihre Schützlinge wachten damals Mädchen am Luiter Weg in Pferdeställen, Nachbarn gingen auf Streife. Selbst als die seinerzeit 17-jährige Täterin ermittelt worden war, gab es noch keine Ruhe: Sie tötete in Hüls erneut ein Schaf. Weil er wusste, dass die junge Frau nach Troisdorf gezogen war, gab der Krefelder Polizist nach der Tat diesen Hinweis an die Kollegen weiter. Es war der entscheidende Tipp.

Bei der Suche nach dem vermissten Pony "Mario" verwendeten die Betroffenen dieses Foto bei Facebook.
Bei der Suche nach dem vermissten Pony "Mario" verwendeten die Betroffenen dieses Foto bei Facebook.

Die mittlerweile 19 Jahre alte Krefelderin legt nach ihrer Festnahme ein Geständnis ab. Sie hatte einen Pferdeunterstand angezündet. Drei der vier Tiere konnten flüchten — nicht aber Mario, das Shetlandpony, das einst im Circus Roncalli Kunststücke vorführte. Den Ermittlungen der Polizei zufolge soll die 19-Jährige das Tier von der Weide verschleppt haben. Drei Beine wurden ihm abgetrennt — sie werden Tage später in der Nähe verteilt aufgefunden. Die junge Frau führt die Ermittler zum restlichen Tierkadaver. Er wird sichergestellt.

Das Motiv für die grauenvolle Tat bleibt unklar. So wie schon in den Krefelder Fällen war die Täterin offenbar auch diesmal nicht in der Lage, dieses zu artikulieren. „Sie hat offensichtlich ein tiefes Interesse an Natur und Tieren“, sagte seinerzeit der Krefelder Oberstaatsanwalt Axel Stahl. Allerdings sei diese ausgeprägte Neigung bei der jungen Frau fehlgeleitet, das Interesse auf tote Tiere fixiert. Bei der Täterin habe wohl nicht das Quälen und Machtausüben im Vordergrund gestanden, sondern die Neugier.

In einem jugendpsychiatrischen Gutachten hatte ein Sachverständiger 2013 festgestellt, dass die Täterin voll schuldfähig ist. Sie wurde zu einem Jahr Jugendstrafe auf Bewährung verurteilt. Außerdem erhielt sie die Auflage, in einer betreuten Wohngruppe außerhalb Krefelds zu leben. Das tat sie auch, diese Zeit war aber schon wieder vorbei: „Sie lebte nicht mehr in einer Wohngruppe. Mehr möchten wir aus Rücksicht auf das Alter der Betroffenen nicht über die privaten Umstände sagen“, so der Bonner Oberstaatsanwalt Robin Faßbender. Unklar ist daher, ob die Familie aus dem Lebensumfeld geflohen war, in dem die seinerzeit 17-Jährige als Krefelder Tierquälerin bekannt geworden war.

Die junge Frau sitzt wegen Wiederholungsgefahr in Haft: Sie könnte möglicherweise erneut Brände legen. Wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz allein wäre eine Haftanordnung nicht möglich gewesen.

Gezündelt hatte die Tierquälerin bei ihren Taten in Krefeld noch nicht. „Die Qualität hat sich verändert“, sagt Faßbender daher über die aktuelle Tat.