Pfusch: Zweifel am U-Bahn-Krater

Pfusch: Zweifel am U-Bahn-Krater

Anwohner in Düsseldorf machen sich Gedanken über die Sicherheit an der Großbaustelle.

Düsseldorf. "Jedes Mal, wenn ich in der Stadt an solch einem Loch vorbeikomme, frage ich mich: Steht mein Haus noch?" Andrea Schulz (40) wohnt am Düsseldorfer Kirchplatz. Hier haben die U-Bahn-Bauer die Erde besonders weit aufgerissen. Jeden Morgen kontrolliert die vierfache Mutter die Wände ihrer Wohnung. "Bis jetzt habe ich zum Glück noch keine Risse gefunden." Doch sie ist skeptisch, ob das auch so bleibt. "Aber gut ist, wenn jetzt wenigstens alles überprüft wird."

Auch in Düsseldorf hat es Pfusch beim U-Bahn-Bau gegeben. Poliere der Baufirma hatten Protokolle gefälscht. Die Stadt jedoch beteuert, es gebe keine Sicherheitsprobleme. "Ich glaube der Stadt nicht. Wenn hier einmal gepfuscht wurde, warum dann nicht auch woanders?", sagt Stefanie Steinborn, die in der Nähe des Adenauerplatzes wohnt. Auch hier gibt es einen riesigen Krater. "Wir müssen es glauben, wir haben keine andere Wahl", meint Vladimir Jilzov, der beruflich im Bau zu tun hat. "Ich sehe die Bauleiter am Kirchplatz bis spät in die Nacht. Die machen das schon vernünftig." Dennoch macht er sich Sorgen um seinen Sohn Jakob (9), wenn der an der Baustelle vorbei zur Schule geht: "Kürzlich erst wurde ein Passant von einem Bagger schwer verletzt."

Sabrina Koch (24) will der Versicherung der Stadt Glauben schenken: "Wenn ich mir überlege, was hier an Material verbaut wurde, dann muss das wohl halten. Teilweise waren hier fünf Beton-Lkw pro Stunde." Außerdem würden die Bauleute nach dem Auffliegen des Pfuschs jetzt wohl besonders vorsichtig zu Werke gehen.

Heinz-Peter Zimmermann (54), Vorsitzender des Düsseldorfer Tierschutzvereins mit Geschäftsstelle direkt an der U-Bahn-Baustelle ist überzeugt, dass die Stadt alles zum Wohle und Schutze der Bürger unternehmen und veranlassen werde. "Ich glaube, dass die Stadt für eine lückenlose Aufklärung sorgen wird."