Partnervermittlung „Gray and Farrar“: Hilfe für einsame Millionäre

Partnervermittlung „Gray and Farrar“: Hilfe für einsame Millionäre

Virginia Sweetingham sucht für reiche Singles den richtigen Partner. Sie bekommt Anfragen aus aller Welt.

London. Schöne Autos, edle Klamotten, noble Hotels — die Reichen dieser Welt haben einfach schon alles. Fast alles. Denn eines lässt sich eben nicht kaufen: die große Liebe. Die Einsamkeit von Luxus-Singles begreift niemand so gut wie Virginia Sweetingham. Seit 25 Jahren leitet die Engländerin „Gray and Farrar“, eine Partnervermittlung für Millionäre.

Geld macht glücklich? Virginia Sweetingham schenkt einem bei dieser Frage ihr lebensweises Lächeln. „Geld macht einsam“, sagt sie. „Mit wem können Sie schon reden, wenn Sie Managerin oder Geschäftsführer eines großen Konzerns sind“, fragt sie, „eigentlich mit niemandem, wenn Sie keinen Partner haben.“

Es sind genau diese Höchstverdiener, die Sweetinghams Service in Anspruch nehmen. „Sie brauchen niemanden, der sie vervollkommnet, sondern eine Person, die zu ihnen passt. Ansonsten bleiben sie lieber allein.“ Das Problem: Die Auswahl an Partnern in ihrer Preisklasse ist naturgemäß extrem begrenzt. „Angenommen, der Mann sieht in der Flughafen-Lounge eine aparte Dame, die ihm gefällt“, erklärt Sweetingham das Dilemma, „dann könnte er sie nicht ansprechen. Denn wenn sie auf eine solche Avance reagiert, kann sie nicht die Richtige sein.“

Für wirklich wohlhabende Single-Frauen sei es undenkbar, sich allein in eine Bar zu setzen. Diskretion ist also oberstes Gebot. Mit jedem Klienten spricht sie lange persönlich, dann geht sie im Kopf und Herzen die Liste ihrer Nobel-Solitäre durch.

Hat sie das Gefühl, ein passendes Paar gefunden zu haben, bekommen beide einen Anruf. „Zwei von drei Fällen vermitteln wir erfolgreich“, sagt sie. „Erst letztens konnten wir das Ergebnis unserer Arbeit auf der Titelseite einer Zeitung sehen.“ Es war das Hochzeitsfoto eines Prominenten. Den Namen verrät sie natürlich nicht.

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