Neue Hinweise auf mögliche Absturzstelle

Auch französische Satellitenbilder zeigen Objekte im Ozean. Deutsche Forscher wollen mit U-Boot bei Suche nach Flugzeug helfen.

Neue Hinweise auf mögliche Absturzstelle
Foto: dpa/Reuters

Kiel/Perth. Mit der Auswertung von Satellitenbildern verdichten sich die Anzeichen, dass die verschollene Malaysia Airlines-Boeing im Indischen Ozean zerschellt ist. Am Sonntag wurden neue Aufnahmen eines französischen Satelliten bekannt, die mögliche Wrackteile zeigen. Am Tag zuvor hatte China ähnliche Aufnahmen veröffentlicht, außerdem erspähte eine Flugzeugbesatzung Objekte im Wasser. Doch bis bis zum Sonntag wurden diese nicht gefunden.

Neue Hinweise auf mögliche Absturzstelle
Foto: Carsten Rehder

„Wir hoffen auf einen Durchbruch“, sagte der australische Vize-Regierungschef Warren Truss bei einem Besuch in der Zentrale der Seesicherheitsbehörde Amsa. Sie koordiniert die Suche in dem abgelegenen Seegebiet rund 2500 Kilometer südwestlich von Perth. Am Sonntag erschwerten Nebel und Wolken die Suche. Acht Flugzeuge waren im Einsatz.

Ein neuseeländisches Aufklärungsflugzeug mit Spezialkameras versuchte vergeblich, die Gegenstände zu finden, die eine andere Crew beim Überflug am Samstag als „eine Art Holzpalette und Haltegurte“ beschrieben hatte. „Solche Paletten und Gurte werden durchaus in der Luftfracht verwendet“, sagte Mike Barton von Amsa.

Kieler Ozeanografen könnten mit einem unbemannten Mini-U-Boot nach der Boeing suchen. Das Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung rechnet mit einem entsprechenden Auftrag, sobald die ersten Trümmer gefunden sind. Das autonom operierende U-Boot „Abyss“ ist eins von weltweit drei, die für eine Suche in Tiefen bis zu 6000 Metern geeignet sind.

Die Kieler Ozeanografen wollen dabei nach einem Bericht des „Spiegel“ mit dem Woods-Hole-Institut in den USA kooperieren, das die anderen beiden U-Boote betreibt: „Wir haben uns mit den amerikanischen Kollegen bereits abgesprochen“, zitierte das Magazin den Direktor des Zentrums, Meereskundler Peter Herzig. „Mit dem Sonar von drei U-Booten lässt sich eine viel größere Fläche absuchen.“

Eine solche Mission hat allerdings einen Vorlauf von mehreren Monaten, wie Herzig sagt. Das U-Boot werde gerade gewartet und müsste — falls der Auftrag kommt — ins Zielgebiet geflogen werden. Auch ein gechartertes Schiff sei am Einsatzort notwendig, unter anderem um die Batterien des U-Boots nach 24 Stunden wieder aufzuladen. „Der Roboter fährt dann wie ein Rasenmäher den vorgegebenen Kurs ab.“ „Abyss“ könne Metall von Sand und Stein unterscheiden. Das zigarrenförmige U-Boot ist etwa vier Meter lang. dpa

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