Nena: Pop-Ikone und Oma-Wunder

Nena: Pop-Ikone und Oma-Wunder

Interview: Zu ihrem 50.Geburtstag spricht Nena über Träume, Tiefs und das Altern.

Hamburg. Ewiges Teenie-Girl, freche Werbeträgerin oder Oma- Wunder -irgendwie, irgendwo, irgendwann ist Nena ein bisschen von allem. Wennsie auf der Bühne steht, sieht sie noch immer fast aus wie auf den"Bravo"-Postern von damals. Für Ex-Freund Udo Lindenberg ist sieaußerirdisch wie "E.T.": "Nena unterliegt keiner irdischen Zeitzählung.Sie ist nicht von dieser Welt." Heute wird Nena 50Jahre alt. DerPrivatsenderRTL feiert sie am Freitag um 21.15 Uhr mit einer Show.

Nena: 50 zu werden ist etwas Besonderes. Ein halbes Jahrhundertschon hier zu sein - das kann ich mit dem Verstand gar nicht erfassen,sondern gehe das gefühlsmäßig an. Angst vorm Alter habe ich nicht. Wirwerden älter ab dem Moment unserer Zeugung.

Nena: Ich habe mir gewünscht reinzufeiern. Die Gästeliste habe ichselbst gemacht - 250 Freunde werden kommen. Alles andere organisierenmein Mann und meine Kinder. Was ich mir gewünscht habe: Musik zumachen. Meine Band gehört zu meiner Familie, andere Kollegen werdenauch noch da sein. Ich selbst werde auf jeden Fall ein paar Songssingen. Welche, entscheide ich spontan.

Nena: Träume muss man sich selbst ins Leben holen. Da gibt es leidernicht die Fee, die das alles mit dem Zauberstab regelt. Und die Dinge,von denen ich so geträumt habe, die habe ich alle umgesetzt.

Nena: Für mich fühlt sich alles immer wieder neu an. Ich habe mir dakeine Routine angeeignet. Kein Konzert ist wie das andere, jedeBegegnung mit Menschen ist wieder neu. Das Leben ist ja ein ewigbeweglicher Prozess, in den begebe ich mich Tag für Tag unheimlich gernrein. Daraus ziehe ich Kraft.

Nena: Unbedingt. Ich habe immer wieder das Bedürfnis nach stillenund ruhigen Phasen. Es läuft ja auch nicht alles rund, auch in meinemLeben gibt es Situationen, die hauen mich einfach um.

Nena: Ich bin keine Lebensberaterin. Ich weiß ja auch nicht, wie dasLeben funktioniert und experimentiere genauso wie jeder Andere. Ichweiß, welchen Weg ich gerade gehe, bin aber auch total offen fürMenschen, die mir begegnen und mich dazu bewegen, die Dinge mal wiederganz anders zu sehen. Im Umgang mit Kindern ist mir wichtig, sie zurespektieren und ihnen auf Augenhöhe zu begegnen.

Nena: Auf jeden Fall. Ans Aufhören habe ich immer wieder gedacht.Wichtig ist, dass man sich die Momente gönnt, in denen einfach nichtsmehr geht voller Zweifel ist. Die düsteren Momente sind genausowichtig, wie jene, in denen man sich leicht und glücklich fühlt. Dashabe ich im Laufe meines Lebens gelernt.

Nena: Dass ich mein Leben immer gelassener betrachten kann, immermehr den Frieden in mir finde. Ich freue mich über jeden Tag, an demich wieder aufwache und finde das auch nicht selbstverständlich.

Nena: Wer weiß das schon? Zurzeit kann ich es mir nicht anders vorstellen.

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