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Nasa-Astronauten tauchen ab

Nasa-Astronauten tauchen ab

Raumfahrer üben unter Wasser die Landung auf Asteroiden.

Washington. Dorothy Metcalf-Lindenburger ist abgetaucht. Die Welt, in der sie jetzt lebt, ist eine andere, fremdartige, für manche vielleicht sogar unheimliche. Die Astronautin ist trotzdem bester Laune. „Guuuuuten Morgen aus dem Habitat! Wir sind wie kleine Kinder an Weihnachten und freuen uns auf die Herausforderung!“, schreibt die 37-Jährige im Kurznachrichtendienst Twitter.

Seit dem 11. Juni ist die Amerikanerin mit einer sechsköpfigen Crew der Raumfahrtbehörde Nasa auf Tauchstation für das Trainingsprojekt „Neemo“, mit dem das Leben in einer extremen Umgebung trainiert wird. Die Expedition zum Aquarius Labor viereinhalb Kilometer südöstlich von Key Largo im US-Bundesstaat Florida endet heute.

Die Forschungsreihe wird jedoch keine Erkenntnisse über die Ozeane liefern. „Wir suchen nach Wegen, wie wir uns auf Asteroiden fortbewegen können“, sagt Metcalf-Lindenburger. „Wir wollen einen guten Plan haben, bevor wir dahin gehen.“

19 Meter unter der Oberfläche des Atlantiks bietet das Labor den Astronauten, Ingenieuren und Forschern Voraussetzungen, um sich auf das Unbekannte im All vorzubereiten. Im Jahr 2025 will die Nasa den ersten Landeanflug auf einen Asteroiden wagen. 2030 soll dann der Mars angeflogen werden. Bis dahin ist es noch viel Arbeit. Denn was der Hollywood-Film „Armageddon“ so einfach zeigt, ist in der Realität weitaus schwerer. Im Kino fliegen Bruce Willis und Ben Affleck ins Weltall, laufen auf einem Asteroiden herum und zerstören ihn später, um seinen Einschlag auf der Erde zu verhindern. Doch die Nasa weiß nicht einmal genau, was auf dem unbekannten Terrain tatsächlich passieren könnte.

Mehr als ein Dutzend Mal werden die Aquanauten am Ende des Experiments einen Weltraumspaziergang unter Wasser simuliert haben. „Neemo“ soll außerdem testen, wie sich Verzögerungen in der Kommunikation auswirken, welche Gruppengröße optimal sein könnte und wie die Technik funktioniert. „Es ist natürlich leichter und billiger, die Dinge auf der Erde zu erforschen, als dann auf dem Asteroiden zu merken, dass es nicht funktioniert“, sagt Aquanautin Metcalf-Lindenburger. Außerdem werden Verhaltensmuster geübt und psychische und physische Experimente durchgeführt.