Mit 14 Jahren geht sie zur Uni

Mit 14 Jahren geht sie zur Uni

Wunderkind: Minu Tizabi findet, dass sie nichts Besonderes ist. Stimmt aber nicht: Sie ist die jüngste Abiturientin aller Zeiten.

Pforzheim. "Im Prinzip kann das jeder schaffen", sagt Minu Tizabi. Das ist hochgradig untertrieben, denn die Pforzheimerin dürfte die jüngste Abiturientin aller Zeiten sein. Das zierliche, blonde Mädchen ist erst 14 Jahre alt, hat aber vor drei Wochen sein Abitur bestanden - mit einem überragenden Notendurchschnitt von 1,0.

"Ich bin nichts Besonderes. Ich habe nicht mehr gelernt als die anderen", betont Minu. "Fast jeder schafft das, wenn er sich hinsetzt", ist ihr Vater Djamshid Tizabi überzeugt. Der gebürtige Iraner, Diplom-Ingenieur für Quantenphysik, hat sie allein groß gezogen. Ihre Mutter starb, als Minu einen Monat alt war - da hat das Mädchen deren Namen Dietlinde nachträglich als zweiten Vornamen bekommen.

Mit eineinhalb Jahren konnte sie einzelne Buchstaben und bald auch Autokennzeichen entziffern. Mit drei Jahren bekam sie ein Kinderlexikon und vertiefte sich in Artikel über Planetenkonstellationen. Also lag es nahe, vor der Einschulung einen Hochbegabten-Test zu machen. Als Konsequenz fing Minus rasante Schullaufbahn (s. Kasten) gleich in der dritten Klasse an. Über das konkrete Test-Ergebnis schweigen Vater und Tochter aber eisern.

Viele gemeinsame Plauderthemen dürfte sie mit ihren Mitschülerinnen nicht gehabt haben. Die 14-Jährige findet Popstars blöd und hört nur klassische Musik. Mit Schminke und Klamotten gibt sie sich nicht ab, die Pubertät kommt erst noch. Mit gleichaltrigen Freundinnen spielt sie schon mal Tischtennis, ansonsten liest sie englische Bücher und schreibt ein Buch über Hochbegabte.

Rasante Schulzeit: Nach einem IQ-Test wird Minu mit sechs Jahren direkt in die dritte Klasse eingeschult. Sie ist nur drei Wochen in der fünften Klasse, dann wird sie in die sechste hochgestuft. Vor drei Wochen hat sie ein in Baden-Württemberg bereits mögliches Turbo-Abitur abgelegt - vier Jahre früher als ihre Mitschüler.

Förderung: Ihr Vater Djam-shid Tizabi, der sie allein groß gezogen hat, förderte sie sehr früh: Statt Bauklötzen gab er ihr mit 18 Monaten ein Alphabet aus Pappe. Mit drei Jahren konnte Minu lesen, da bekam sie ein Kinderlexikon. Er ist überzeugt: "Intelligenz kann man lernen."