Mehrheit der Deutschen hält Migranten für Bereicherung

Umfrage: Mehrheit der Deutschen hält Migranten für Bereicherung

Eine Mehrheit der Deutschen hält einer Umfrage zufolge Migranten eher für einen Gewinn für das Land als für eine Belastung. In fünf anderen Ländern sieht die Bevölkerung das anders.

In der am Donnerstag veröffentlichten Befragung des Pew Research Centers mit Sitz in Washington vertraten 59 Prozent die Meinung, ihr Land werde durch Migranten gestärkt. 35 Prozent waren dagegen der Ansicht, es werde geschwächt. Zugleich meinten allerdings 52 Prozent, Migranten seien mehr für Straftaten verantwortlich als andere Bevölkerungsgruppen - 44 Prozent sahen das nicht so. 58 Prozent sahen das Terror-Risiko durch Migranten erhöht, 38 Prozent glaubten dagegen nicht an ein erhöhtes Risiko.

In Deutschland hat die Zahl derjenigen, die Migranten als Bereicherung empfinden, seit der Flüchtlingskrise abgenommen: Bei einer Pew-Umfrage im Jahr 2014 - also vor der Krise - hatten noch 66 Prozent eine entsprechende Meinung geäußert.

Pew befragte für die aktuelle Studie Bürger von 18 Staaten, in denen jeweils verhältnismäßig viele Menschen mit ausländischen Wurzeln leben. Demnach sagte eine Mehrheit in zehn Staaten, dass sie ihr Land durch Migranten eher gestärkt sähen. Neben Deutschland waren das die USA, Großbritannien, Frankreich, Kanada, Australien, Schweden, Japan, Mexiko und Spanien. In fünf Ländern wurden Migranten von einer deutlichen Mehrheit als Belastung empfunden: Ungarn, Griechenland, Russland, Südafrika und Israel.

In den Niederlanden sagte der größere Teil der Befragten, Migranten seien eine Bereicherung, es gab mit exakt 50 Prozent aber keine klare Mehrheit. In Italien und Polen empfand der größere Teil der Befragten Migranten als Belastung, dort nahmen aber jeweils große Gruppen (31 Prozent beziehungsweise 20 Prozent) keine der beiden Seiten ein.

(dpa)
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