Mehrere Verletzte bei Kundgebungen in Chemnitz

Mehrere Verletzte bei Kundgebungen in Chemnitz

Rechte und linke Demonstranten werfen Feuerwerkskörper. Wasserwerfer fahren vor.

Chemnitz. Bei Zusammenstößen rechts- und linksgerichteter Demonstranten hat es am Montagabend in Chemnitz nach Polizeiangaben mehrere Verletzte gegeben. Sie hätten zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden müssen, nachdem Kundgebungsteilnehmer der beiden Versammlungslager mit "Feuerwerkskörpern und anderen Gegenständen" geworfen hätten, teilte die Polizei mit. Wegen mehrerer Vermummungen hielt die Polizei den Zug der rechten Bürgerbewegung Pro Chemnitz an, wie sie weiter mitteilte.

Polizisten stehen in der Innenstadt am Karl-Marx-Monument bei einer Kundgebung der rechten Szene, um ein Aufeinanderprallen von rechten und linken Gruppen zu verhindern. Foto: Jan Woitas

Beamte rückten den Angaben zufolge mit Wasserwerfern an. Einige Rechtspopulisten sollen zudem "nach ersten Hinweisen" den Hitlergruß gezeigt haben. Mehrere hundert Rechtspopulisten standen hunderten linken Gegendemonstranten gegenüber, wie ein AFP-Fotograf beobachtete. Die Polizei wollte noch keine Angaben zu den Teilnehmerzahlen machen. Laut dpa sollen mehrere tausend Menschen sich an den Protestdemonstrationen beteiligt haben. Allein an der von Rechten getragenen Kundgebung beteiligten sich nach Schätzungen weit mehr als 2000 Menschen. Auf der anderen Seite der viel befahrenen Hauptstraße hatten sich mehr als 1000 Gegendemonstranten zusammengefunden.

Die Polizei versuchte mit einem Großaufgebot von Beamten und Fahrzeugen, beide Lager zu trennen. Wasserwerfer wurden aufgefahren, um bei einer weiteren Eskalation die Lage unter Kontrolle zu halten.

In der Nacht zum Sonntag sollen in Chemnitz ein Syrer und ein Iraker nach einer verbalen Auseinandersetzung einen Deutschen erstochen haben. Daraufhin waren bereits rund 800 Menschen durch die Innenstadt gezogen. Dazu aufgerufen hatte unter anderem eine rechtsextreme Hooligangruppe. Polizeibeamte wurden mit Flaschen und Steinen angegriffen. Während der Versammlung soll auch Jagd auf Ausländer gemacht worden sein. sae/pw AFP/dpa