1. Panorama

Lungenkrankheit in China wird von Mensch zu Mensch übertragen - WHO beruft Krisentreffen ein

Sars-Virus-Variante : WHO beruft wegen Lungenkrankheit in China Krisentreffen ein

Das neuartige Virus hinter der in China kursierenden Lungenkrankheit wird auch von Mensch zu Mensch übertragen. Italien hat bereits erste Maßnahmen ergriffen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat wegen der neuartigen Lungenkrankheit in China ein Krisentreffen einberufen. Ein Notfallkomitee soll sich am Mittwoch in Genf mit der Krankheit befassen, wie die WHO am Montag bekanntgab. Die Experten sollen demnach darüber beraten, ob ein internationaler Gesundheitsnotstand ausgerufen wird.

Die chinesischen Behörden hatten zuvor eine starke Ausbreitung der Lungenkrankheit vermeldet. Die Behörden gaben am Montag fast 140 neue Fälle von Erkrankungen bekannt. Damit gibt es demnach landesweit nun etwa 220 Infizierte. Zuvor war nur von einigen Dutzend Patienten die Rede gewesen.

Virus von Mensch zu Mensch übertragbar

Wie das Expertenteam der chinesischen Gesundheitskommission am Montag nach Angaben der Nachrichtenagentur Xinhua ferner mitteilte, ist auch eine Infektion medizinischen Personals bestätigt. Der bekannte Lungenexperte und Chef des Teams Zhong Nanshan berichtete, dass zwei Fälle in der Provinz Guangdong nachweislich auf eine Übertragung von Mensch zu Mensch zurückgehen. Insgesamt sind bereits mehr als 200 Infizierte in China erfasst.

Die neue Sars-Virus-Variante wurde auch bei Menschen in einigen anderen asiatischen Ländern nachgewiesen, die zuvor zumeist in der derzeit hauptsächlich betroffenen chinesischen Stadt Wuhan waren. In Europa wurden bisher keine - etwa von Reisenden eingeschleppten - Fälle bekannt. Vermutet wird, dass das Virus von Wildtieren auf den Menschen überging - wie auch schon der Sars-Erreger, der 2002/2003 für eine Pandemie mit rund 800 Toten gesorgt hatte.

Wegen neuer Lungenkrankheit: Kontrollen am Flughafen Rom

Italien hat wegen der in China kursierenden neuen Lungenkrankheit Kontrollen am Flughafen in Rom eingeführt. Es seien Maßnahmen ergriffen worden, um in Rom-Fiumicino mögliche Verdachtsfälle an Bord von Flugzeugen aus der Stadt Wuhan zu überprüfen, teilte das Gesundheitsministerium am Montag in Rom mit. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Virus in die Europäische Union eingeschleppt werde, sei „gering, aber nicht auszuschließen“.

Ein Sprecher des Ministeriums erklärte, die Kontrollen sähen vor, dass der Pilot der Maschine melden müsse, ob an Bord Passagiere mit entsprechenden Symptomen seien. Diese würden dann sofort in das nationale Institut für Infektionskrankheiten in Rom gebracht.

Vom Flughafen in Rom gebe es zudem drei Direktflüge nach Wuhan und mehrere nicht direkte Flüge, der Reiseverkehr dürfte wegen des chinesischen Neujahrs zunehmen, hieß es weiter. In einem Flugblatt rief das Ministerium dazu auf, nicht zwingend notwendige Reisen nach Wuhan zu verschieben.

Eine Sprecherin des größten deutschen Flughafens in Frankfurt sagte, es gebe dort momentan keine besonderen Maßnahmen. Der Flughafen sei aber mit dem Gesundheitsamt und den anderen europäischen und internationalen Flughäfen in Kontakt, da einheitlich vorgegangen werden solle.

(dpa)