Knut matscht im Schatten

Hitze: Dem Eisbärbaby machen die frühsommerlichen Temperaturen nichts aus. Ob es im Berliner Zoo bleibt, steht nicht fest. HIER geht es zur BILDERGALERIE

Berlin. Knut geht es gut - auch bei den derzeit frühsommerlichen Temperaturen um 20 Grad in Berlin. "Das ist überhaupt kein Problem. Ein kleiner Eisbär ist in der Lage, solche Temperaturen wegzustecken", sagte der Bären-Kurator des Berliner Zoos, Heiner Klös.

"Knut hängt nicht in den Seilen und röchelt. Wenn es ihm zu warm wird, dann steckt er seine Nase ins Wasser oder geht drei Minuten länger ins Wasser", beruhigte der Zoologe alle Besucher, die sich um das Wohl des vier Monate alten Eisbärenbabys sorgen. Ihr weißes Fell diene Eisbären genauso wirkungsvoll als Kälte- wie als Wärmeisolierung.

Auch der Besucheransturm beeinträchtige das Wohlbefinden des kleinen Eisbären nicht, sagte Klös. Seit genau drei Wochen, wird der neue Publikumsliebling des Berliner Zoos der Öffentlichkeit nun gezeigt - für jeweils zwei Stunden am Tag.

In dieser Zeit kamen nach Angaben des Zoos mehr als 300 000 große und kleine Besucher, um Knut zu bestaunen. "Das ist eine Verdoppelung der Besucherzahlen eines guten Frühjahrs", sagte der kaufmännische Leiter, Gerald Uhlich. Dank Knut habe der Zoo, der auf Landessubventionen angewiesen ist, geschätzt einen siebenstelligen Betrag zusätzlich eingenommen. Dazu zählten auch die Plüsch- Eisbären. Bären-Kurator Klös betonte, dass der Berliner Zoo das Eisbärenbaby nicht auf dessen Kosten der Öffentlichkeit vorführe. "Wir zeigen Knut wie jedes andere Tier im Zoo." Allerdings wurde die Besichtigungszeit vor dem Gehege des Eisbärbaby auf sieben Minuten eingeschränkt, damit jeder Besucher einen Blick auf Knut erhaschen kann.

Die Zukunft des Eisbärenbabys ist noch ungewiss. Im Sommer müsse der Zoo umbauen und ein eigenes Gehege für Knut herrichten. Er könne weder in die Eisbärengruppe im Zoo noch im Tierpark integriert werden. "Vor allem die Männchen in beiden Gruppen, aber auch die Frauen würden den jungen Bär wegbeißen, was auch lebensgefährlich werden könnte"", sagt Klös. Ob Knut an einen anderen Zoo gegeben oder eine dritte Eisbärengruppe mit eigens für ihn abgestellten Bärinnen aufgemacht --wird, soll erst Ende des Jahres entschieden werden

Baby: Noch ist Knut süß und wiegt 14 Kilogramm.

Raubtier: Doch bereits in drei bis vier Monaten wird er ein Gewicht von 40 Kilogramm erreichen. Dann wird der alltägliche Umgang mit den Pflegern nicht mehr möglich sein.

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