Klimaanlagen im ICE arbeiten nur bis 32 Grad

Klimaanlagen im ICE arbeiten nur bis 32 Grad

Hannover. Die Klimaanlagen in Fernzügen der DeutschenBahn funktionieren offensichtlich ohne Probleme nur bis zu einerAußentemperatur von 32 Grad. Dies gehe aus Aussagen hervor, die dieBahn "in einer ersten Anhörung" gegenüber dem Eisenbahn-Bundesamt(EBA) gemacht habe, sagte ein Sprecher der Bonner Behörde amDonnerstag.

Danach seien die Klimaanlagen der Züge nur bis 32 Gradausgelegt. Es sei aber noch nicht klar, was das genau bedeutet, soder Sprecher. Dies müsse das EBA in dem laufendem Verfahrenherausfinden. Seit vorigen Samstag fiel in etwa 40 ICE und IC dieKühlung aus.

Der EBA-Sprecher bestätigte ein Schreiben des Behördenchefs Gerald Hörster an den Vorstand der Bahn. Darin habe er "noch einmal auf die Betreiberpflichten hingewiesen". Die "Hannoversche Allgemeinen Zeitung" zitiert aus dem Brief vom Mittwoch.

Demzufolge notierte Hörster: "Die Vorfälle geben hinreichenden Anlass zu der Annahme, dass nicht gewährleistet werden konnte, dass die Risiken für die Fahrgäste auf ein verantwortbares und rechtlich zulässiges Maß beschränkt geblieben sind."

Der EBA-Präsident habe in dem Brief Auskünfte des Bahnvorstands zusammengefasst, die er auf eine Anfrage vom 12. Juli bekommen habe.

Ein Abkühlen bei höheren Temperaturen als 32 Grad sei demnach nicht gewährleistet, und "durch unglückliche Umstände" habe überdies "die Luftzufuhr versagt", zitiert die Zeitung aus dem Schreiben.

Unterdessen bestätigte die Bahn am Donnerstag einen Vorfall vom Mittwoch. Nach einem Oberleitungsschaden ist ein ICE auf der Bahnstrecke nördlich von Bamberg liegengeblieben. Dadurch fiel auch die Klimaanlage im Zug bei Außentemperaturen von rund 35 Grad aus.

Aus Sicherheitsgründen mussten die rund 200 Passagiere demnach knapp 90 Minuten in dem heißen Zug warten, bis Ersatzbusse für die Weiterfahrt nach Bamberg zur Verfügung standen.

Etwa ein Drittel der Reisenden musste wieder in den Zug einsteigen und eine weitere Stunde ausharren, bis der liegengebliebene ICE mit Hilfe von Dieselloks nach Bamberg geschleppt werden konnte.

Mittlerweile funktionierten auch die Toiletten in dem ICE von Berlin nach München nicht mehr. Die Reisenden wurden vom Roten Kreuz mit kalten Getränken versorgt.