Kirmes ohne Traditionsbrauereien

Kirmes ohne Traditionsbrauereien

Nach Füchschen sagt auch Uerige Festzelt ab.

Düsseldorf. Die größte Kirmes am Rhein in Düsseldorf (15. bis 24. Juli) verliert eine weitere Attraktion: Nach der Absage des Füchschen-Zeltes hat am Montag auch Uerige-Chef Michael Schnitzler bekanntgegeben, in diesem Jahr kein eigenes Zelt auf dem Rummelplatz auf den Oberkasseler Rheinwiesen aufzustellen. Hauptgründe seien das hohe Maß an Planungsunsicherheit und die nicht mehr überschaubaren Risiken für den Betrieb eines Kirmeszelts.

Schnitzler: „Wir haben mit Sicherheitsexperten mehrere Modelle durchgespielt. Am Ende sahen wir keinen Weg, der die gewünschte umfassende Sicherheit garantiert und gleichzeitig das fröhliche Kirmeserleben zulässt, wie wir es in Düsseldorf lieben.“

Die Zelte der beiden Hausbrauereien waren als Party-Hochburgen Publikumsmagnete. Nach der Katastrophe bei der Loveparade in Duisburg wird nun streng kontrolliert, ob sich nur die erlaubten zwei Personen pro Quadratmeter im Zelt befinden. Die Zeltbetreiber müssen dies selbst mit zusätzlichem Security-Personal sicherstellen. Die Zusatzkosten sind fünfstellig. Schnitzler wie König fürchten Szenarien nachdrängender Kirmesbesucher, die nur durch eine Kette von Security-Kräften davon angehalten werden können, in das Zelt zu gelangen. König: „Das ist dann nicht mehr meine Kirmes.“

Die Sebastianus-Schützen als Kirmesveranstalter bedauern den Rückzug. „Das ist ein Imageverlust“, so Schützenchef Lothar Inden. Er könne den Wirten aber keinen Vorwurf machen, denn so kurz vor Start des Volksfestes am 15. Juli könne man nicht erwarten, dass sie ein neues Konzept für ihre Zelte in der Schublade hätten.

Die Schützen selbst müssen 50 Sicherheitsleute beschäftigen, um die Zuschauerströme auf dem Festplatz zu lenken. Hinzu kommt der Aufbau einer neuen Lautspecheranlage sowie einer Notbeleuchtung, damit der Kirmesplatz im Fall der Fälle schnell und sicher geräumt werden kann.

Die Schützen rechnen mit Mehrausgaben von bis zu 150 000 Euro, die sie durch höhere Pachten und durch Sponsoren decken wollen. Bei den Brauereien hat die Diskussion um Erhöhungen der Bierpreise begonnen, um den Zusatzaufwand finanzieren zu können.