Keimbelastete Wurst der Firma Wilke: Womöglich mehr Tote

Listerien-Todesfälle : Womöglich mehr Tote durch keimbelastete Wurst der Firma Wilke

Laut der Verbraucherorganisation Foodwatch könnte die Zahl der Listerien-Todesfälle im Zusammenhang mit keimbelasteter Wurst der Firma Wilke größer sein als bisher angenommen. Die Mitarbeiter des insolventen Herstellers bangen unterdessen um Jobs und Geld.

Foodwatch beruft sich dabei auf eine Veröffentlichung des Robert-Koch-Instituts. Darin ist die Rede von 37 gemeldeten Listeriose-Erkrankungen seit 2014. Drei Patienten – in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt – starben demnach direkt oder indirekt an der Infektion.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung habe eine „sehr nahe Verwandtschaft“ zwischen den Keimen und den Listerien in den Lebensmitteln eines „nicht näher benannten Betriebs aus Hessen“ festgestellt, teilte Foodwatch mit. Die beiden südhessischen Todesfälle, auf die sich hessische Behörden im Fall Wilke beziehen, werden dort nicht aufgeführt. In diesen Fällen ermittelt allerdings die Staatsanwaltschaft Kassel wegen des Verdachts fahrlässiger Tötung gegen den Geschäftsführer.

Die Zukunft der 200 Beschäftigten des geschlossenen Fleischherstellers ist unterdessen ungewiss. „Aktuell ist es das Wichtigste, dass die Mitarbeiter an ihr Geld kommen“, erklärte Andreas Kampmann von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) am Donnerstag. So stünden noch viele Septemberlöhne aus. Wie und ob es für Wilke weitergeht, sei völlig unklar. In Wilke-Wurst waren wiederholt Listerien nachgewiesen worden. Die Keime können für Menschen mit geschwächtem Immunsystem tödlich sein.

Geschäftsführung ist für Mitarbeiter nicht zu erreichen

Laut Gewerkschaft ist die Geschäftsführung für Mitarbeiter nicht zu erreichen. Auf Presseanfragen reagiert Wilke nicht. Die Firma hat vorläufige Insolvenz angemeldet. „Aktuell ist die Gefahr groß, dass die Mitarbeiter ihre Jobs verlieren, wenn sich nicht schnell etwas verändert“, sagte NGG-Geschäftsführer Kampmann. Ein Investor könne den Betrieb wohl nur unter neuem Namen fortführen: „Selbst mit ganz viel Wohlwollen fällt es mir schwer sich vorzustellen, wie man den Markennamen Wilke künftig noch platzieren will.“

Die Firma wehrt sich mittlerweile gerichtlich gegen die Schließung.

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