In mancher Schultoilette stinkt es zum Himmel

In mancher Schultoilette stinkt es zum Himmel

Vielerorts werden Schultoiletten saniert. Das reicht aber nicht, um ein Dauerärgernis zu beseitigen. Häufigeres Putzen sei nötig, fordern Eltern.

Düsseldorf/Wuppertal/Krefeld. Es riecht übel in den Kloräumen, der Fußboden hat Risse und die Schüsseln verstopfen: Kaputte und schmutzige Schultoiletten sind ein Dauerärgernis für Schüler, Lehrer und Eltern. „Die Schüler beschweren sich, weil es stinkt und Eltern berichten, dass ihr Kind in der Schule nicht aufs Klo gehen will“, sagt Martin Fey, Schuleiter der Duisburger Grundschule Zoppenbrückstraße. Aber an Feys Schule hat sich was getan: eine Toilettenanlage wurde bereits komplett saniert. Die zweite soll mit Hilfe des NRW-Förderprogramms „Gute Schule 2020“ saniert werden.

Insgesamt stehen den Kommunen aus dem Programm zwei Milliarden Euro zur Verfügung, um die gesamte Infrastruktur der Schulen zu sanieren und zu modernisieren — nicht nur die Sanitäranlagen. „Man könnte das Programm auch ,Gute Toilette 2020’ nennen“, sagt Christina Herold, Vorsitzende der Landeselternkonferenz. Es sei ein Armutszeugnis für NRW, dass ein Großteil des Geldes für Toilettensanierungen ausgegeben werden müsse.

Aktuell werden in den Sommerferien in Düsseldorf drei Schultoiletten für insgesamt 200 000 Euro saniert. Das Thema beschäftigt auch Florian Dirszus vom Schulverwaltungsamt der Landeshauptstadt seit Jahren. „Wir haben dazu ein Gutachterbüro in alle Schulen geschickt und bereits 2013/14 an rund 20 Standorten die Sanitäranlagen umgebaut.“ 2,5 Millionen Euro hat die Stadt damals in das Programm für die Erneuerung der schlimmsten Anlagen investiert.

Pro Jahr gebe es von Schulen oder Eltern drei, vier Beschwerden — dies bei 160 Schulen an 180 Standorten. Je nach Umfang kostet eine Sanierung zwischen 50 000 und 200 000 Euro. Geht kurzfristig eine Toilettenanlage beispielsweise durch einen Rohbruch kaputt, versuche man sie gleich zu sanieren und nicht nur zu reparieren.

Kritik und Beschwerden von Schülern und Eltern nimmt Dirszus ernst. Er weist aber auch darauf hin, dass es nicht nur in alten Sanitäranalgen übel riechen kann. So würden beispielsweise sich viele Jungs in Grundschulen auch auf sanierten Toiletten nicht ordentlich verhalten. „Wir bauen deshalb wie in großen Veranstaltungshallen auch in Schulen wasserlose Urinale ein“, sagt der Schulbauexperte. Diese seien hygienischer, müssten aber auch richtig gewartet werden.

Kaputte und verschmutzte Toiletten sind auch immer wieder Thema im Düsseldorfer Schulausschuss. Das Schulverwaltungsamt will dort bald ein so genanntes Partizipationsprojekt vorstellen. Beispielsweise könnten Schüler bei der Gestaltung von neuen Toiletten in die Planung durch Kunstprojekte miteinbezogen werden. Dies könnte dann zu „mehr Akzeptanz des Toilettenraums führen und somit auch zu einem pfleglicheren Umgang“, erklärt Dirszus.

Die Stadt Wuppertal hat in den vergangenen Jahren bereits mehr als 50 Schultoiletten saniert. Die Zahl der WC-Erneuerungen, die in unmittelbarer Zukunft anstehen, ist laut Städtischem Gebäudemanagement noch höher. Allein in den Sommerferien standen vier Sanierungen von Schulwaschräumen an. Die Kosten belaufen sich dabei — je nach Aufwand — ebenfalls auf 50 000 bis 200 000 Euro. Die WC-Anlagen werden einmal täglich gereinigt, was die Stadt jährlich mehr als 700 000 Euro kostet.

Im Rahmen des NRW-Investitionsprogramms werden in Krefeld neben Gebäuden, Turnhallen und veralteter Technik ebenso die Schultoiletten saniert. „Wir sehen da einen großen Bedarf. Die sanitären Anlagen bilden im Rahmen der Maßnahme einen Schwerpunkt“, sagt Stadtsprecher Timo Bauermeister auf Nachfrage. Kleinere Reparaturmaßnahmen seien bereits kurzfristig durchgeführt worden. Immer wieder war in der Vergangenheit der schlechte Zustand einiger sanitärer Anlagen beklagt worden. Jetzt gebe es einen groben Fahrplan. In einem ersten Anlauf sollen mindestens 13 sanitäre Anlagen komplett erneuert werden. Die Kosten hierfür seien noch nicht genau beziffert worden. Der Anfang wird am Gymnasium Horkesgath gemacht. Im Herbst soll es losgehen. Weitere Erneuerungen sollen in der ersten Jahreshälfte 2018 folgen.

Eine Aufstellung über alle betroffenen Krefelder Schulen und die entsprechenden Kosten soll ebenfalls noch in diesem Jahr veröffentlicht werden. Der letzte Stand ist, dass fünf Millionen Euro aus dem Investitionsprogramm für die Sanierung von Sanitäranlagen wie Toiletten und Duschen in den Turnhallen einkalkuliert worden sind.