1. Panorama

Immobilien-Geschäfte mit Nachgeschmack

Immobilien-Geschäfte mit Nachgeschmack

Unerklärliche Wertsteigerungen von Grundstücken in Bonn, Duisburg und Köln.

Düsseldorf. Die Ermittlungen der Wuppertaler Staatsanwaltschaft gegen den ehemaligen Chef des landeseigenen Bau- und Liegenschaftsbetriebs (BLB) Ferdinand T. und weitere Beschuldigte laufen auf Hochtouren. Doch wie die vorgeworfenen Taten im Detail abgelaufen sein sollen, wollen die Ermittler „aus ermittlungstaktischen Gründen“ vorerst nicht preisgeben.

Allerdings kann ein Verfahren aus dem vergangenen Jahr Hinweise geben: Bereits 2010 hatte die Bonner Staatsanwaltschaft T. verdächtigt, Dienstgeheimnisse verraten zu haben: Er hatte angeblich interne Kenntnisse über das Kaufangebot für das Landesbehördenhaus in Bonn an einen Dritten namens Johann G., mit dem T. angeblich befreundet war, weitergegeben. G. war dann als Vertreter einer Investorengruppe an den Kaufinteressenten herangetreten und hatte eine Million Euro gefordert.

Andernfalls werde er dem BLB eine höhere Offerte für die Immobilie vorlegen. Der Kaufinteressen zahlte nicht, trat vom Kauf zurück — und informierte die Staatsanwaltschaft. Schließlich wurde G. wegen versuchten Betrugs verurteilt.

Um möglichen Verrat von Dienstgeheimnissen könnte es auch beim Landesarchiv in Duisburg gegangen sein: Ein Insider soll die Absicht des Landes, das Grundstück im Duisburger Hafen für rund zwei Millionen Euro zu kaufen, an einen privaten Investor verraten haben. Der kaufte knapp vor dem Notartermin das Gelände für 3,8 Millionen Euro — und verkaufte es schließlich für rund 30 Millionen Euro ans Land weiter. Mitglied der exklusiven Runde, die den ursprünglichen Kauf beschlossen hatte: BLB-Chef Ferdinand T.

Erstaunliche Wertsteigerungen hatte es auch 2009 bei den Planungen für einen Neubau der Fachhochschule Köln gegeben. Dort hatte der BLB für mehr als 70 Millionen Euro Grundstücke von der Bauwens-Gruppe erworben — obwohl das FH-Projekt weder beschlossen noch die Standortfrage geklärt war.

Klar wurde nur, dass die Unternehmensgruppe Bauwens, deren Gesellschafter Paul Bauwens-Adenauer und Patrick Adenauer Enkel des ersten Bundeskanzlers sind, sehr gutes Geld daran verdient. So hatte die Gruppe das Gelände der ehemaligen Dom-Brauerei für rund 23 Millionen Euro erworben und es dem BLB für 33,4 Millionen Euro weiterverkauft.