Immer weniger Waldbrände in Russland

Immer weniger Waldbrände in Russland

Moskau. Immer weniger Waldbrände in Russland undTemperatursturz in Moskau: Die Zahl der Feuer in Russland istdeutlich auf etwa 300 gesunken. Das sei ein Drittel weniger als amVortag, teilte das Zivilschutzministerium nach Angaben der AgenturRia Nowosti am Donnerstag in Moskau mit.

Demnach brannte es noch aufeiner Fläche von rund 10 000 Hektar. Die Jahrhunderthitze weichtzunehmend einer Kaltfront mit Regen.Der Leiter des Krisenzentrums, Wladimir Stepanow, sagte, dass dervon Präsident Dmitri Medwedew verhängte Ausnahmezustand in den nochverbleibenden vier Regionen in Kürze aufgehoben werde.

Weil sich dieLage nach den schwersten Waldbränden der russischen Geschichtezunehmend entspannt, will auch das Verteidigungsministerium Tausendevon Soldaten von den Löscharbeiten abziehen.Alle Brände in der Nähe von Atomanlagen des Landes seien gelöscht, sagte der Leiter des russischen Atomkonzerns Rosatom, Sergej Kirijenko, bei einem Treffen mit Regierungschef Wladimir Putin.

Messungen nach den Feuern in den Gebieten, die nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl (Ukraine) 1986 radioaktiv verseucht wurden, hätten keine erhöhten Strahlenwerte ergeben, sagte Kirijenko.Unterdessen kühlte sich erstmals nach zwei Monaten in Moskau dieLuft merklich ab.

Die Temperaturen fielen auf unter 25 Grad, nachdemdas Thermometer wochenlang mehr als 35 Grad angezeigt hatte.Allerdings gaben die Behörden weiter erhöhte Schadstoffwerte durchden giftigen Smog in der Luft an. Starke Windböen sollen in derrussischen Hauptstadt aber bald für mehr Sauerstoff sorgen.

Noch immer kämpfen in Russland mehr als 160 000 Einsatzkräftegegen die Feuer. Bei den verheerenden Wald- und Torfbränden sindbisher etwa 9000 Quadratkilometer Fläche verbrannt.

Das entsprichtmehr als dem Dreieinhalbfachen der Größe des Saarlandes. TausendeMenschen verloren ihre Wohnungen, weil ganze Dörfer in Flammenaufgingen.

Nach offiziellen Angaben starben bei den Bränden mehr als50 Menschen. Hilfsorganisationen gehen aber von deutlich mehr Opfernaus. Den Schaden hatten Medien auf umgerechnet 25 Milliarden Eurogeschätzt. Genauere Angaben soll es erst im September geben

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