Zahl der Motorradunfälle in NRW nimmt zu - Polizei warnt Biker

Saisonbeginn : Zahl der Motorradunfälle in NRW nimmt zu - Polizei warnt Biker

Sonnenschein und Frühlingswetter locken am langen Wochenende wieder zahllose Motorradfahrer auf die Pisten. Die Polizei warnt: Viele unterschätzten die Gefahr. Zuletzt stiegen die Unfallzahlen in NRW.

Unfallträchtiger Saisonbeginn: In den ersten drei Monaten des Jahres ist die Zahl der Motorradcrashs in Nordrhein-Westfalen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich gestiegen. So zählte die Polizei im ersten Quartal 466 verunglückte Motorradfahrer, darunter 4 Tote, teilte das Innenministerium auf Anfrage mit. 2018 waren es bis zu diesem Zeitpunkt 317 verletzte und fünf Tote gewesen. Auch im April habe sich die Bilanz nicht verbessert: Allein am ersten Wochenende des Monats kamen bei schweren Motorradunfällen im Land sechs Menschen ums Leben.

Bereits im Vorjahr hatte die Polizei insgesamt eine Zunahme der Motorradunfälle vermeldet: 4283 Biker verunglückten auf nordrhein-westfälischen Straßen, 74 davon tödlich. In den drei Jahren davor hatte die Zahl der Unfälle jeweils unter 4000 gelegen.

Zu hohe Geschwindigkeit, mangelnde Kenntnis der Strecken und Selbstüberschätzung sind aus Sicht der Polizei häufige Gründe für schwere Unfälle. Oft seien es Gäste von außerhalb, die verunglückten, berichtet ein Sprecher der Polizei im Hochsauerland. So kamen 2018 drei Viertel aller Unfallopfer nicht aus dem Kreis. Dorthin lockt es bei schönem Wetter viele Biker aus dem Ruhrgebiet oder den Niederlanden. „Viele unterschätzen die lange Anreise oder die anspruchsvollen Strecken“, sagte der Sprecher. Die Polizei werde auch über die Osterfeiertage besonders wachsam sein.

Ähnliches berichtet die Polizei im Oberbergischen. Sie warnte zum Saisonauftakt in einer Mitteilung vor gefährlichen Überholmanövern und nicht angepasster Geschwindigkeit auf kurvenreichen oder schattigen Straßen.

Ein Motorradfahrer ist am Karfreitag nach einem Unfall gestorben

Bei bestem Ausflugswetter sind am Karfreitag deutschlandweit mindestens neun Motorradfahrer lebensgefährlich verunglückt - einer von ihnen erlag noch am Unfallort seinen Verletzungen. Viele der Unfälle ereigneten sich in Baden-Württemberg, wo die Polizei neben dem Toten auch fünf lebensbedrohlich Verletzte zählte.

Der tödliche Unfall ereignete sich im Ortenaukreis. Ein 28 Jahre alter Motorradfahrer war von einem Auto erfasst worden. Das Auto eines 26-Jährigen hatte ihn am Nachmittag erfasst, als der Fahrer im Gegenverkehr an zwei Autos vor ihm vorbeiziehen wollte.

(dpa)
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