Feinstaub-Alarm: Verbot von Silvesterfeuerwerken in Städten nimmt zu

Feinstaub-Alarm : Immer mehr Städte verbieten Silvesterfeuerwerk

Der Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI) hat die zunehmenden Verbote von Silvesterfeuerwerken in großen Städten kritisiert. Viele wollen zudem in diesem Jahr auch freiwillig auf Raketen und Böller verzichten.

Der Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI) hat die zunehmenden Verbote von Silvesterfeuerwerken in großen Städten kritisiert. Damit würden die falschen Adressaten getroffen, sagte Verbandsgeschäftsführer Klaus Gotzen am Donnerstag in Ratingen: „Man trifft nicht nur die, die über das Ziel hinausschießen, sondern auch alle, die friedlich feiern wollen.“ Hannover hatte in diesem Jahr erstmals angekündigt, die Böllerei nicht mehr zu erlauben. In Göttingen, Düsseldorf, Tübingen, Celle oder Wolfenbüttel gibt es das Verbot in den Altstädten schon seit Jahren.

Auch in Bremen, wo Comet Feuerwerk am Donnerstag die Neuheiten dieser Saison vorstellen wollte, darf auf dem Marktplatz an Silvester nichts abgebrannt werden. Der Verkaufsstart für Silvesterfeuerwerk ist am 28. Dezember. Beliebt bei den Deutschen sind nach Angaben des Verbandes der pyrotechnischen Industrie seit Jahren zunehmend Batterien und Verbundfeuerwerke.

Auf der anderen Seite schließen sich mittlerweile viele Menschen zusammen und wollen gemeinsam in diesem Jahr auf Raketen und Böller verzichten. Ein prominentes Beispiel ist eine Facebook-Aktion an der sich mittlerweile knapp 90.000 Mensch beteiligen wollen.

Hintergrund der Aktion war ursprünglich der Schutz der Natur und des Lebensraums von Tieren an der Isar. Vom bayrischen Beispiel inspiriert wollen nun Deutschland weit einige Menschen auf Feuerwerk verzichten um in erster Linie weniger Müll zu produzieren.

Einen weiteren wichtigen Faktor neben dem Tierschutz stellt die Feinstaubproduktion durch die Silvesternacht dar. Laut Messungen des Umwelt Bundesamtes werden zum Jahresumbruch mehr als 15% des jährlich im Straßenverkehr produzierten.

Das Bundesamt rät dazu sich persönlich etwas einzuschränken oder ganz auf Feuerwerk zu verzichten: „Das hilft nicht nur der Gesundheit, sondern auch der Umwelt, verursacht weniger Müll und reduziert den Energieaufwand, der bei der Herstellung der Feuerwerkskörper erheblich ist.“

Auch die Deutsche Umwelthilfe fordert einen Stopp von Feuerwerk in besonders belasteten Innenstädten um die Feinstaubmenge zu reduzieren.

(dpa/mars)
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