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Einkaufen in Zeiten der Pandemie: die Folgen des Onlineshopping-Booms

Gesellschaft : Einkaufen in Zeiten der Pandemie: die Folgen des Onlineshopping-Booms

Die Coronapandemie hat viele Bereiche des alltäglichen Lebens gravierend verändert.

Während zahlreiche Dinge wie ein Restaurantbesuch oder ein Hotelaufenthalt in Lockdown-Zeiten vollständig unmöglich wurden, gab es für andere wie den Einkaufsbummel zumindest einen Ersatz: das Onlineshopping. Schon seit Jahren ist es mit regelmäßig wachsenden Umsatzzahlen auf dem Vormarsch. Während der stationäre Handel 2018 um 2,5 Prozent wuchs, gelang den Onlinehändlern seinerzeit ein fast zehnprozentiges Umsatzplus. Trotzdem hatten die Geschäfte vor Ort insgesamt noch weit die Nase vorn und sammelten etwa 90 Prozent der gesamten Einzelhandelsumsätze ein. Selbst im ersten Jahr der Coronapandemie konnte der stationäre Handel trotz aller Widrigkeiten unterm Strich etwas zulegen. Bei den Onlinehändlern wuchsen Bestellungen und Umsätze dagegen um deutlich mehr als zehn Prozent und es zeichnet sich ab, dass die Branche auch nach Corona langfristig mit weiterem starkem Wachstum rechnen kann – mit einigen Folgen für die Zukunft des Einkaufens.

Viele Einzelhändler und Warenhäuser in der Krise

Mit Imagekampagnen für den Einzelhandel versuchen kleine wie große Städte, die lokalen Industrie- und Handelskammern oder Einzelhandelsverbände seit Jahren, den Attraktivitäts- und Bedeutungsverlust der Innenstädte und des lokalen Handels zu bremsen. Vielfach sind sie gescheitert und zum gewohnten Bild in den Fußgängerzonen gehören immer mehr leere Ladengeschäfte. Einzig große Händler oder Handelsketten bildeten überall noch eine solide Konstante, selbst wenn sie mit ihren uniformen Filialen nicht unbedingt die Individualität der Innenstädte förderten. Doch nun ziehen auch sie sich in unterschiedlichem Maß zurück und kündigten bereits reihenweise Filialschließungen im Einzelhandel an. Die Zukunftsaussichten für die Fußgängerzonen und Innenstädte verschlechtern sich dadurch noch einmal deutlich und fallen wesentlich trister aus. Genauso verlieren viele Beschäftigte im Einzelhandel in der Folge ihre Arbeitsplätze. Auf der anderen Seite entstehen zwar viele neue Jobs bei den Onlinehändlern – allein Branchenprimus Amazon will in Deutschland 2021 5000 neue Mitarbeiter einstellen – oder den Logistikern, die immer mehr Pakete an die Haustüren bringen müssen. Doch dafür sorgt der Onlinehandel und Paketversand an anderer Stelle für zusätzliche Probleme.

Wachsende Retouren und weitere Probleme im Onlineshopping-Boom

Was passiert eigentlich mit den vielen Versandkartons und Produktverpackungen, die täglich ausgeliefert werden? Im Idealfall landen sie früher oder später in der Altpapiertonne, können recycelt und wieder zu neuen Verpackungen oder Papiererzeugnissen werden. Doch der Gesetzgeber will sich hier nicht allein auf den guten Willen und das Umweltbewusstsein der Menschen verlassen. Mit dem Verpackungsgesetz (VerpackG), das 2019 die alte Verpackungsverordnung ablöste, hat er einen Rahmen geschaffen, der dieses Recycling im dualen System reguliert. So müssen Händler und Hersteller ihre Verkaufs- und Versandverpackungen lizenzieren lassen. Diese Verpackungslizenzen, wie sie auf zmart.de erhältlich sind, sorgen dafür, dass die Kosten für Sammlung, Sortierung, Entsorgung, Wiederverwertung oder Aufbereitung zur Wiederverwertung gedeckt sind. Für Händler und Hersteller wurden mit dem Verpackungsgesetz zunächst größere bürokratische Hürden aufgebaut, die sich aber mit der digitalen Lösung von zmart vereinfachen lassen. Im Gegenteil funktioniert die Verpackungslizenzierung bei zmart einfach, schnell und rechtssicher. Hier wird sogar noch mehr für Umwelt oder Klima getan: Mit den Einnahmen aus der Lizenzierung entstehen durch Baumpflanzungen neue Wälder, die dann ihren Teil dazu beitragen, die globale CO2-Bilanz wieder zu verbessern. Solcher Ausgleich ist dringend notwendig, denn Onlineshopping und der anschließende Paketversand oder die vielen Retouren hinterlassen einen erheblichen ökologischen Fußabdruck. Er fiele deutlich geringer aus, wenn weniger Waren zurückgeschickt würden. Zwar müssen Verbraucher immer häufiger Rücksendekosten für Retouren übernehmen, aber viele Händler verzichten aus Kulanzgründen weiterhin darauf und werben sogar explizit mit kostenlosen Rücksendungen. Das nutzen viele Kundinnen oder Kunden dann auch umfangreich aus. Deutschland ist sogar Retouren-Europameister. Im Bekleidungsbereich gehen um die 60 Prozent aller Bestellungen an die Händler zurück. Mehr als jede zweite Bestellung hinterlässt hier damit sogar einen doppelten CO2-Fußabdruck auf dem Weg von den Händlern und zurück.

Onlineshopping und das Klima – eine kleine Überraschung zum Schluss

Schon auf den ersten Blick gefiel diese zurückgeschickte Bekleidung nicht oder passte schlecht. Dann ging sie sofort zurück in den Karton und danach zur Paketannahme. Weil eine Mehrheit der Bestellungen auf Rechnung erfolgt, fällt das besonders leicht. Viele Rückgaben mit oder ohne Originalverpackung finden aber ebenso erst später statt, wenn Mängel auftreten. Doch selbst inklusive solcher Rücksendungen endet die Klimabilanz des Onlineshoppings in vielen Fällen trotzdem noch besser als die eines Einkaufs im Geschäft. Angesichts des großen logistischen Aufwands hinter jeder Bestellung, bei deren Lieferung große und kleine Transporter und manchmal sogar Flugzeuge zum Einsatz kommen, mag das zunächst überraschen. Doch diese Transportmittel nehmen Hunderte oder sogar Tausende Pakete auf und bringen sie zum nächsten Verteilerzentrum oder direkt an die Haustür. Dadurch verringert sich anteilig die Klimabelastung durch jedes einzelne Paket auf ein Minimum. Würden dagegen die Käufer der Waren in den Paketen alle selbst zu einem Einkauf in der Nähe aufbrechen, stünde dem eine viel höhere Umweltbelastung durch wesentlich mehr Individualverkehr gegenüber. Für Einzelhändler vor Ort und die Innenstädte ist das am Ende keine gute Botschaft: Aber ein bewusstes Onlineshopping, bei dem weniger Retouren anfallen, kann vielfach helfen, Klimaziele zu schneller erreichen und die Umwelt zu schützen.