Eddy Kante: Lindenbergs Ex-Schutzengel

Eddy Kante: Lindenbergs Ex-Schutzengel

Der Bodyguard und der Musiker gehen getrennte Wege.

Düsseldorf. Sie waren enge Freunde, jetzt haben sie miteinander gebrochen: Udo Lindenberg und sein ehemaliger Bodyguard Eddy Kante (54). Der Grund ist Kantes Autobiografie „In meinem Herzen kocht das Blut“, die es seit Montag — ein Jahr später als geplant — zu kaufen gibt.

Auf 300 Seiten berichtet er ungeschönt über seine Zeit in der Drogen- und Rotlichtszene, als eiskalter Schlägertyp und Schutzgelderpresser. Eben über sein Leben vor Udo, der ihn ab 1980 als Bodyguard beschäftigte und ihn so „aus der Gosse holte“, wie Kante heute sagt.

„Dass mein neuer Job bei Udo mit meinem alten im Drogen- und Rotlichtmillieu nicht vereinbar war, habe ich damals höchstens unterbewusst gedacht. Udo machte mir aber eine klare Ansage: ,Dieser ganze Mist, den du früher gemacht hast, geht jetzt nicht mehr. Denn wenn das auffliegt, steht in den Zeitungen, dass der Bodyguard von Udo Lindenberg dieses oder jenes angestellt hat“, schreibt Kante in dem Buch, das er zusammen mit der Hamburger Journalistin Jenny Bauer verfasst hat.

In brutal ehrlichen Passagen erzählt er von der Gewalt, die er seinen Mitmenschen zufügte. „Ich rannte hinter dem Typen her. Dann zertrat ich die Windschutzscheibe, zog ihn nach vorne aus seinem Auto und schlug ihn mit dem Gesicht voran immer wieder auf die Scherben auf der Motorhaube.“

Als Kind wurde der Hagener nach eigenen Worten geschlagen und tagelang im Keller eingesperrt, als Erwachsener schlug er dann selbst zu. Der Hagener Rockerclub Freeway Riders wurde zu seinem Zuhause. Und das Rotlichtmilieu. Seine Einnahmequellen: Schutzgeld kassieren, Spielautomaten aufknacken, mit Drogen handeln, Prostituierte für sich arbeiten lassen.

Dann lebte er jahrelang an Udo Lindenbergs Seite. Kennengelernt hatten sich die beiden, weil Kante großer Fan Lindenbergs war und den Kontakt suchte. Es folgten Jahre enger Freundschaft. Und eine Anstellung als Leibwächter. Lindenberg habe ihn als persönlichen Resozialisierungsfall gesehen, schreibt Kante.