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Gay Games: Sport unterm Regenbogen

Gay Games: Sport unterm Regenbogen

Am Samstag beginnt in Köln mit den Spielen für Homosexuelle die weltweit größte Veranstaltung im Breitensport. 10000 Teilnehmer gehen an den Start.

Köln. Wenn Samstagabend die VIII. Gay Games ("Schwulen-Spiele") im Kölner Rheinenergie-Stadion eröffnet werden, weht ein Hauch von Olympia durch die Stadt.

Dazu gehört der Einzug der 10000 Teilnehmer aus 70 Nationen genauso wie die Fackelläufer und der Eid, den der Olympiasieger im Kunst- und Turmspringen, Matthew Mitcham, sprechen wird. Er war einer der wenigen Sportler bei den Sommerspielen 2008 in China, die sich offen zu ihrer Homosexualität bekannt haben.

"Auch wenn man sich heute in Köln vielleicht fragt, warum es mit den Gay Games eigene Spiele für homosexuelle Sportler gibt, hat diese Frage in Burkina Faso oder den Seychellen eine ganz andere Bedeutung", sagt der Co-Präsident der Gay Games, Michael Lohaus. "Und auch hierzulande ist die Feindseligkeit gegen Homosexuelle im Sport durchaus noch vorhanden."

Mit 300 ehrenamtlichen Helfern bereitet er die größte Breitensportveranstaltung der Welt seit sechs Jahren vor. Es ist nach Amsterdam erst das zweite Mal, dass die Spiele in Europa stattfinden. Nach Köln geholt hat sie der Sport Club Janus, der älteste und größte lesbisch-schwule Sportverein Europas.

Ihren Ursprung haben die Gay Games in San Francisco. 1980 führte Tom Waddell, ein Zehnkämpfer der Olympischen Spiele 1968, eine Gruppe von Menschen zusammen, die zeigen wollten, dass man unabhängig von der sexuellen Orientierung Sport treiben kann.

"Wir wollen Brücken zwischen Menschen bauen und selbstbewusst ein großes Sport- und Kulturfest feiern", erklärt Lohaus.

In 35 Sportarten werden die Teilnehmer vom 1. bis zum 7.August antreten. Dabei treffen klassische Sportarten wie Ringen, Tennis, Triathlon, Wasserball oder Handball auf Disziplinen wie Bodybuilding, Tanzen, Bridge und Bowling.

"Es gibt gesetzte Sportarten und solche, bei denen der örtliche Veranstalter Akzente setzen kann", sagt Lohaus. Das seien in Köln zum Beispiel Schach, Sportschießen und Fußball, bei dem die WM der International Gay and Lesbian Football Association ausgetragen wird.

Weltmeisterliches gebe es auch beim Schwimmen und beim Kunst- und Turmspringen. Dort startet mit dem 85-jährigen Adolf Klöver einer der ältesten Teilnehmer.