Frühe Erdbeeren kommen aus dem Tunnel

Frühe Erdbeeren kommen aus dem Tunnel

Durch besonderen Schutz kann heimische Saison zwei bis drei Wochen früher beginnen.

Köln. In diesen Tagen kommen die ersten heimischen Erdbeeren auf den Markt. "Die frühen Früchte stammen vor allem aus dem Anbau im Tunnel", sagte Ludger Linnemannstoens, Anbauberater der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen in Köln.

Dadurch könne die Erdbeer-Saison gegenüber früheren Jahren um zwei bis drei Wochen eher starten. Die erste Ernte reift unter bis zu sieben Metern breiten, schützenden Tunneln aus Folie. Dies sei sehr arbeitsaufwendig. Vor allem kleinere Betriebe setzten auf die Tunnel.

Die frühen Erdbeeren aus heimischem Anbau hätten inzwischen etwa ein Viertel des Markts zulasten der Produktion aus Spanien erobert. "Die frisch geernteten und verkauften Früchte schmecken besser als Importware", betonte der Fachmann. Der Marktanteil sei durchaus bedeutend.

Die rote Beere kommt als erste aller heimischen Früchte im Jahr frisch auf den Tisch: "Es besteht ein Bedürfnis nach Erdbeeren", berichtete Linnemannstoens. Vor allem zusammen mit Spargel werden die frühen Erdbeeren gekauft, oft direkt beim Erzeuger.

Jedes Jahr werden zwischen Rhein und Weser etwa 35.000 bis 40.000 Tonnen Erdbeeren geerntet. Die Saison startet regulär um den 20. Mai herum und dauert etwa bis Mitte Juli. Doch weil die Ernte von Erdbeeren nicht nur in Tunneln verfrüht, sondern auch durch späteres Auspflanzen verzögert werden kann, sind frische Früchte noch bis in den Herbst hinein im Angebot.

In Nordrhein-Westfalen bauen etwa 600 Betriebe vor allem im Rheinland auf einer Gesamtfläche von 3.000 Hektar Erdbeeren an. Nach Angaben der Landwirtschaftskammer werden etwa zehn Prozent der Fläche mit Tunneln versehen. Die Größe der Unternehmen reicht von solchen mit zwei oder drei Hektar bis hin zu 60 Hektar - von den großen haben viele auch Felder zum Selberpflücken. lnw

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