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Flughafen: Kofferdieb (31) drohen jetzt Millionen-Forderungen

Flughafen: Kofferdieb (31) drohen jetzt Millionen-Forderungen

Er wollte offenbar keinen Bombenalarm auslösen. Doch der Flughafen prüft Ansprüche gegen ihn.

Düsseldorf. Nur einen halben Tag lang konnte die Öffentlichkeit mutmaßen, was ein internationaler Gepäckdieb mit dem rätselhaften Big-Ben-Trolley voller Mehl anstellen wollte. Dann klickten schon die Handschellen: Am Montagmorgen hatte die Polizei erklärt, den 31-Jährigen identifiziert zu haben; man prüfe eine Fahndung, hieß es. Am Abend erkannte ein Angestellter eines Hotels den Mann. Der sitzt jetzt in Untersuchungshaft — allerdings nicht wegen einer fingierten Drogenübergabe oder gar eines absichtlich ausgelösten Bombenalarms.

Denn laut dem Nordafrikaner heißt die Antwort auf die Frage, was er mit einem Koffer voll Mehl wollte: nichts. Er gab gegenüber der Polizei zu, den auffälligen Trolley an jenem 24. September einem Reisenden, der gerade aus Dubai nach Düsseldorf gekommen war, gestohlen zu haben. Als er aber den Inhalt kontrolliert und festgestellt habe, dass darin wohl Drogen waren, habe er sich des Gepäckstücks entledigen wollen.

Zu dem angeblichen Fluggast aus Dubai allerdings gibt es laut Polizei keinerlei Ermittlungsansätze. Deshalb ist auch weiterhin nicht zu klären, wie und warum der mysteriöse Mehl-Koffer nach Düsseldorf gelangte. „Es ist nicht auszuschließen, dass es ein ewiges Mysterium bleibt“, sagt Sprecher Marcel Fiebig. Trotzdem könnte es für den Dieb, der nun wegen Unterschlagung einer Fundsache in U-Haft sitzt, teuer werden. Denn der Düsseldorfer Flughafen prüft laut Sprecher Christian Hinkel jetzt Regressansprüche gegen ihn.

Nach Informationen unserer Zeitung geht es um einen hohen Millionenbetrag, den man dem Kofferdieb in Rechnung stellen könnte. Mit welcher Erfolgsaussicht — das steht auf einem anderen Blatt. Der 31-Jährige hat gestanden, seinen Lebensunterhalt mit Straftaten zu bestreiten. In seinem Hotelzimmer fanden die Polizisten einen Einzahlungsbeleg über mehrere Tausend Euro und Handys sowie Unterhaltungselektronik — möglicherweise handelt es sich um Beute aus Diebstählen.