Winterwetter: Fitnessprogramm an zugefrorenen Autoscheiben

Winterwetter: Fitnessprogramm an zugefrorenen Autoscheiben

Das Freikratzen der Autos war am Montag besonders mühsam, weil die Luft so feucht war. Am Dienstag und Mittwoch geht’s flotter.

Düsseldorf. Für viele Autofahrer gab es am Montagmorgen einen schweißtreibenden Start in den Tag: „Laternenparker“ mussten zum Eiskratzer greifen, denn die Wagen waren zugefroren. Und zwar hartnäckig. Wer gehofft hatte, seine Scheiben in wenigen Minuten frei zu bekommen, wurde eines Besseren belehrt.

„Zu Beginn der Nacht war reichlich Feuchtigkeit in der Luft“, erläutert Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst. „Die Temperaturen sind rasch unter null Grad gefallen, sodass die Nässe auf den Scheiben festfrieren konnte. Das war wie festgebacken“, so Friedrich. In der Tat: Es konnte schon mal 20 oder 30 Minuten dauern, bis die Scheiben endlich frei waren.

Laut Wettermann Friedrich wird sich das am Dienstag und Mittwoch nicht wiederholen. Zwar fallen die Temperaturen nachts deutlich unter den Gefrierpunkt, aber die Luft ist ziemlich trocken. „Auf den Autoscheiben bildet sich nur Raureif, der ohne große Mühe entfernt werden kann“, sagt Friedrich. Donnerstag ist dann Schluss mit den Minusgraden, das Wetter wird schmuddelig, der Eiskratzer kann im Handschuhfach bleiben.

Die nächsten feuchten Frostnächte kommen aber bestimmt. Deshalb geben wir Tipps rund ums Eiskratzen:

Sichtfenster: Es reicht nicht aus, die Scheiben nur teilweise vom Eis zu befreien, weil man sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer gefährdet. Wer erwischt wird, zahlt zehn Euro Bußgeld. Kommt es zu einem Unfall, weil die Sicht behindert war, droht eine Mithaftung. Die Versicherung kann die Leistung einschränken.

Motor laufen lassen: Wer den Motor laufen lässt, um die Scheiben mit Hilfe der Klimaanlage von innen zu enteisen, verstößt gegen die Straßenverkehrsordnung. Zehn Euro Bußgeld sind möglich.

Heißes Wasser: Keine gute Idee ist es, die Scheiben mit heißem oder warmem Wasser vom Eis zu befreien. Aufgrund der großen Temperaturunterschiede kann es zu Rissen in der Scheibe kommen.

Kaltes Wasser: Dagegen hilft kaltes Wasser weiter. Wer damit die Scheiben übergießt, kann den Kampf gegen das Eis schneller gewinnen. Vorsicht: Die Scheiben müssen rasch trocken gewischt werden, damit das Wasser nicht gefriert.

EC-Karten oder CD-Hüllen: EC-Karten oder CD-Hüllen werden gerne zum Scheiben-Kratzen zweckentfremdet. Experten raten davon ab. Die Karten sind viel zu instabil und weich, um das gefrorene Eis zu entfernen. Der Einsatz einer CD-Hülle birgt die Gefahr, die Autoscheibe zu zerkratzen. Außerdem besteht Verletzungsgefahr an den Händen, wenn das Plastik beim Bearbeiten der Scheibe bricht.

Enteisungssprays: Bei dünnen Eisschichten hilft die chemische Keule meist schnell und zuverlässig weiter. Sind die Eisschichten dicker oder wie festgebacken, stoßen die Sprays jedoch an ihre Grenzen. Die Mittel sind zudem oft alles andere als umweltfreundlich. Und die Chemikalien können die Scheibenwischblätter angreifen.

Frontscheibe abdecken: Wer keine Lust auf das morgendliche Fitnessprogramm hat, sollte seine Frontscheibe mit Pappe oder speziellen Folien abdecken. Nicht hilfreich sind dagegen Textilien wie Decken. Die können mit dem Eis eine unschöne Allianz eingehen und das Freikratzen zusätzlich erschweren.

Standheizungen: Eine nicht ganz billige, aber sehr komfortable und kuschelig-warme Lösung sind Standheizungen. Zum Nachrüsten kostet der Luxus rund 1000 Euro.